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Dormagen
Frauen unterstützen Kirche seit fast 30 Jahren

Dormagen: Frauen unterstützen Kirche seit fast 30 Jahren
Sie alle sind in der Frauenkontaktgruppe Horrem aktiv. FOTO: Salzburg
Dormagen. Sie nennen sich einfach "Frauenkontaktgruppe Horrem" und sind da, wenn Arbeit anfällt. Dafür brauchen die 25 Frauen keine Statuten. Von Anneli Goebels

Im kommenden Jahr feiern sie ihr 30-Jähriges. Dann wollen sie durchaus auch einmal verstärkt auf sich aufmerksam machen. Das ist eigentlich ansonsten nicht so ihr Ding, denn in der Regel packen die 25 Frauen der Gruppe eher leise und unaufgeregt an - und das in vielerlei Hinsicht. Entstanden ist die Frauenkontaktgruppe 1986. Damals beschlossen einige Mütter, die als Katechetinnen - damals nannten sie sich Tischmütter - Kinder auf ihre Erstkommunion vorbereitet hatten, sich danach weiter zu treffen. Unter ihnen Rosi Benger und Elfriede Dieling, die auch heute noch dabei sind. "Es war ein lockeres Treffen, und wir nannten uns 'Kreis der jungen Frauen'", sagt Rosi Benger.

Beim "Horremer Markt" dann trat die Gruppe auch öffentlich in Erscheinung - und das mit einem Secondhand-Bücherangebot. Das ist geblieben. Jedes Jahr verkauft die Frauenkontaktgruppe auf dem Markt gebrauchte Bücher. "Wir erhalten viele Spenden, denn längst hat es sich herumgesprochen, dass wir den Erlös spenden", sagt Barbara Wolbrecht. 8000 Euro haben die Frauen mittlerweile gesammelt. Dafür mussten schon so einige Bücher verkauft werden, denn im Höchstfall wird ein Euro gezahlt. Bücher, die keinen Käufer finden, werden erstmal aufbewahrt und kommen dann auch ein zweites Mal auf den Verkaufstisch. Gelagert wird die Ware in einem Raum unter der Kirche - und dort nicht einfach gestapelt, sondern nach Genres sortiert. "Wir haben Kunden, die uns sagen, dass sie zu uns am liebsten kommen, weil wir alles so schön geordnet präsentieren", sagt Barbara Wolbrecht.

Gespendet haben die Frauen bis jetzt unter anderem an den Club Behinderter und ihrer Freunde, an das Haus Hildegard der St.-Augustinus-Kliniken, das Neusser Frauenhaus, die Dormagener Tafel, die Palliativstation des Hackenbroich Krankenhauses und die Interessengemeinschaft "Wir für Horrem". "Wir sind allerdings nicht nur die Bücherfrauen", sagt Monika Eifler lachend. Die Gruppe bastelt auch für die Buch-Adventsausstellung der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) (Termin: zusammen mit der KÖB St. Michael am Sonntag, 29. November, 12 bis 16 Uhr) und hilft tatkräftig beim Aufbau der Krippe in der Kirche Zur Heiligen Familie. Überhaupt haben die Frauen die kreativen Ideen, wenn es um die Dekoration zu kirchlichen Festen geht.

Einmal im Jahr treffen sie sich mit muslimischen Frauen, reden über die unterschiedlichen Religionen, aber auch über Probleme, die unabhängig vom Glauben in jeder Familie auftreten. "Wir besuchen die Moschee, sie kommen in unsere Kirche und lassen sich dort alles erklären", sagt Rosi Benger. Die Treffen enden in der Regel mit einem gemeinsamen Essen, wo auch jeder die kulinarischen Besonderheiten der anderen kennenlernt. Die Frauenkontaktgruppe trifft sich im Übrigen nicht immer in voller Stärke. So gibt es kleinere Gesprächskreise, an denen nur einige teilnehmen. Nahezu alle werden aber gebraucht, wenn sie die Sternsingeraktion unterstützen und 60 Sternsinger und ihre Begleiter bekochen.

Quelle: NGZ
 
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