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Dormagen
Freche Feuerwehr setzt neuen Film ins Netz

Dormagen: Freche Feuerwehr setzt neuen Film ins Netz
Szene aus dem neuen Imagevideo der Feuerwehr Dormagen: Die Retter treffen am Einsatzort mit Unfallauto ein. FOTO: FEUERWEHR DORMAGEN
Dormagen. Nach der umstrittenen Anzeigen-Kampagne 2014 mit Zweideutigkeiten stellt nun ein Image-Video des Löschzugs Mitte den klassischen Einsatz in den Mittelpunkt. Ein Paradigmenwechsel sei dies aber nicht, sagt Feuerwehr-Chefin Voss. Von Stefan Schneider

Da staunten sogar die portugiesischen Bombeiros. Die umstrittene, weil zweideutige Anzeigenkampagne der Feuerwehr Dormagen aus dem vergangenen Jahr ("Wir haben die dicksten Hupen, die längsten Schläuche und wollen mehr als nur ein kurzes Abenteuer") hatte sogar bei den Feuerwehrleuten auf Madeira für Aufmerksamkeit gesorgt, wie Feuerwehrchefin Sabine Voss bei einem Besuch feststellen konnte.

In Dormagen, aber auch bundesweit hatte die Aktion ohnehin hohe Wellen geschlagen. Jetzt aber setzt die Wehr wieder auf eine klassische Variante, um neue Kräfte zu gewinnen. Der Löschzug Dormagen-Mitte hat ein Werbe-Video ins Internet geladen, das einen typischen Einsatz in den Mittelpunkt stellt.

Einen Paradigmenwechsel bedeute dies aber nicht, versichert Sabine Voss. Sie steht weiterhin zu dem seinerzeit heiß diskutierten Projekt aus dem Vorjahr - zumal sich zuvor gezeigt habe, dass millionenschwere Kampagnen der Feuerwehr auf Bundes- oder Landesebene kaum wahrgenommen worden seien. "Werbung muss verschiedene Facetten haben und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen", urteilt die Feuerwehrchefin.

Fotos: Die pikanten Sprüche der Feuerwehr-Kampagne FOTO: NGZ

Die Kampagne von 2014 sei bewusst provokativ gewesen und auch wahrgenommen worden. Voss: "Zumindest in Dormagen weiß jetzt jeder, dass wir Nachwuchsprobleme haben." Und: Statt der zehn Interessenten, die sich sonst jährlich im Schnitt für einen Eintritt in die Dormagener Feuerwehr entscheiden, seien es 2014 30 gewesen, sagt Voss. Die Zahl der Anfragen insgesamt sei noch höher gewesen.

Das neue Imagevideo des Löschzuges Dormagen-Mitte war eigentlich ein Zufallsprodukt, präsentiert sich jetzt aber bei Facebook unter "Feuerwehr Dormagen" als professionelle Arbeit. "Die Sache sollte ursprünglich nur ein Spaß sein", erzählt David Jarzombek. Der medienaffine 19-Jährige, der einen Lehrgang zum Kommunikations-Designer absolviert hat und nun eine Ausbildung zum Fotografen macht, hatte den Streifen mit Kameraden aus seinem Löschzug Mitte gedreht, "weil es bei YouTube im Internet viele Feuerwehr-Imagevideos gibt. Da bot sich das für unsere Wehr auch an", erzählt der Rheinfelder. Eine erste Version wurde beim Tag der offenen Tür des Löschzugs Mitte gezeigt. Und weil der Film gut ankam, wurde er nach Rücksprache mit Sabine Voss überarbeitet und danach auf 2:40 Minuten gekürzt sowie mit passender Musik unterlegt.

Zu sehen ist ein klassischer Rettungseinsatz: vom Auto im Graben über die Alarmierung und das Ausrücken der Einsatzkräfte bis hin zur Bergung des Opfers. Beteiligt waren außer David Jarzombek die Feuwehrleute Thomas Marzi, Dominik Riera und Ivo Puhlmann.

Dormagen: Das ist die Feuerwehrchefin Sabine Voss FOTO: Jazyk
Quelle: NGZ
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