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Dormagen
Freies Internet am Historischen Rathaus

Dormagen: Freies Internet am Historischen Rathaus
Im Historischen Rathaus ist einer der Hotspots: Bürgermeister Lierenfeld (M.) präsentiert das neue freie WLAN mit Lukas Lamla (2.v.r.), Rafael Kazior (l.) sowie Fachbereichsleiterin Ellen Schönen-Hütten und IT-Leiter Wolfgang Zimmer. FOTO: STADT
Dormagen. In der Stadtmitte können Nutzer neuerdings kostenlos im weltweiten Netz surfen. Möglich machen es sogenannte Hotspots, die von der Stadt nun zusammen mit dem gemeinnützigen Verein Freifunk Rheinland eingerichtet wurden. Von Stefan Schneider und Carina Wernig

Dass der Bedarf und das Interesse da sind, war im August bei Recherchen unserer Zeitung deutlich geworden. Bei einer Umfrage der NGZ hatten die meisten Befragten freien Internetzugang in der Stadt begrüßt und gleichzeitig bedauert, dass dieser Service in Dormagen bislang nur punktuell von wenigen Gastronomen und Geschäftsleuten angeboten werde. So sah das auch Lukas Lamla, der Landtagsabgeordnete der Piraten. Er stellte die Kontakte zu dem gemeinnützigen Verein Freifunk Rheinland her, dessen Ziel es ist, den öffentlichen WLAN-Zugang zum Eintritt ins Internet auf möglichst viele Bereiche auszudehnen. Dahinter steckt die Absicht, möglichst vielen Menschen die digitale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Bei der Stadt und bei Bürgermeister Erik Lierenfeld rannte Lamla mit seiner Idee offene Türen ein. "Wir haben diese Anregung gern aufgegriffen, weil wir dadurch eine noch einladendere Atmosphäre in unserer City bieten können. Dies ist auch ein deutlicher Beitrag zur Wirtschaftsförderung", urteilt Lierenfeld. Die Stadtverwaltung stellt für den öffentlichen und kostenlosen Internetzugang auf dem Platz am Historischen Rathaus die erforderliche Netzverbindung zur Verfügung. Auch im Kulturhaus an der Langemarkstraße und in der Stadtbibliothek am Marktplatz kann man dank Stadt und Verein Freifunk nun kostenlos im Internet surfen.

Wie es funktioniert, erklärt der städtische IT-Leiter Wolfgang Zimmer: Auf dem Handy werde das WLAN mit dem Namen "Freifunk" angezeigt. Eine Anmeldung sei bei der Verbindung nicht erforderlich. "Die Nutzer sollten allerdings vorsichtshalber über das offene Netz keine Bankgeschäfte abwickeln und E-Mails oder andere persönliche Daten nur verschlüsselt abrufen", empfiehlt Zimmer. "Dormagen ist nun die erste Stadt im Rhein-Kreis-Neuss, die mit Freifunk ein echtes und freies WLAN-Netzwerk anbietet", sagt Lukas Lamla erfreut.

In der Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend warb Rafael Kazior, Fraktionsvorsitzender von Piraten/Die Linke, darum, dass der Freifunk auch von den Fraktionen unterstützt wird: "Wenn die Fraktionen, die ihre Geschäftsstelle an der Kölner Straße haben, in einen Router investieren und diesen dort platzieren, wird das Angebot des Freifunks noch besser nutzbar."

Die Nachfrage von FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer nach der Störerhaftung für die Stadt bei illegalen Inhalten beantwortete Bürgermeister Erik Lierenfeld: "Das ist alles geprüft worden. Diese Problematik deckt der Freifunk Rheinland Verein ab." Die Störerhaftung tritt in Kraft, wenn die Internetverbindung beispielsweise zum illegalen Herunterladen von Musikdateien oder Filmen missbraucht wird.

Die Stadt hofft nun, dass sich auch Unternehmen und Privatbürger künftig mit einem Teil ihrer Internetkapazitäten in das neue Angebot einbringen. So könnte durch freiwilliges Engagement allmählich ein Bürgernetz in Dormagen entstehen. "In einem ersten Schritt möchten wir das Angebot gern im Bereich der Fußgängerzone ausdehnen", sagt der Bürgermeister.

Nähere Informationen zum Thema gibt es telefonisch unter 02133/257-434.

Quelle: NGZ
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