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Tiere sollen abgeschossen werden
Füchse werden in Dormagen zur Plage

Tiere sollen abgeschossen werden: Füchse werden in Dormagen zur Plage
Der Fuchs wird zur Plage, sagen die Jäger. FOTO: pixabay
Dormagen. In Dormagen am Niederrhein gibt es zu viele Füchse - nach Auskunft von Jägern müssen die Bestände jetzt dezimiert werden. Es gebe schon Beschwerden von Landwirten, weil deren Geflügel gerissen worden sei. Von Stefan Schneider

Erich Pyka hatte den richtigen Riecher. Als der Jäger aus dem Malerviertel in der vergangenen Woche einen ihm bekannten Landwirt beim Rapsmähen in der Nähe der Haberlandstraße entdeckte, holte er vorsorglich seine Flinte. Und siehe da: Als das Feld fast abgemäht war, kam ein kräftiger Jungfuchs aus seinem Versteck. Pyka zielte und erlegte das Tier. Denn Füchse nehmen nach Angaben aus der Jägerschaft überhand in einigen Dormagener Revieren. Auch in anderen Städten der Region hat sich der Fuchs stark ausgebreitet. In Krefeld wird die Jagd ebenfalls verstärkt.  

Jetzt geht es den Tieren auch in Dormagen an den Kragen. "Die Schonzeit für Füchse endete am 16. Juli", erläutert Claus Vollmer, der Leiter des Hegerings Dormagen. Heißt: Sie dürfen seit knapp zwei Wochen bejagt werden. Und das geschieht auch. Jagdpächter Hartmut Aschenbruck berichtet schon von Beschwerden von örtlichen Landwirten, deren Tierbestand durch Füchse dezimiert worden sei und die die Jäger zum Handeln aufforderten. "Bei einem Landwirt sind gerade erst zwei Pfauen und vier Gänse vom Fuchs gerissen worden", erzählt Aschenbruck. Vor allem Jungfüchse gebe es derzeit zu viele.

Diese wilden Tiere leben in NRW FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

"Ein Bauer hat mir erzählt, er hätte allein in einem Feld sieben Füchse gehabt", sagt Erich Pyka. Der Jäger brachte "sein" Exemplar aus dem Rapsfeld an der Haberlandstraße tagsüber zur Strecke, doch die klassische Zeit für die Fuchsjagd seien Nächte bei hellem (Voll-)Mondlicht, informiert Hegeringleiter Claus Vollmer. Denn Füchse sind eigentlich nachtaktiv und dürfen laut Jagdrecht als sogenanntes Raubwild ebenso wie Schwarzwild nachts bejagt werden. Vor allem im Bereich Rheinfeld und Zons/Zonser Grind haben die Füchse überhand genommen.

"Füchse werden meist in hellen Vollmondnächten gejagt“, sagt Claus Vollmer, Hegeringleiter. FOTO: Andreas Baum

Dass die Jäger nur bei guter Sicht schießen und die Gefährdung etwa von späten Waldspaziergängern ausschließen, hält Vollmer für selbstverständlich. "Schließlich ist jeder Jäger für seinen Schuss verantwortlich", betont er. Bei Unfällen können die Waidleute zur Rechenschaft gezogen werden.

Tierärztin Dr. Annette Kern vom Kreisveterinäramt fordert die Jäger zwar nicht ausdrücklich zur Fuchsjagd auf - "Das entscheidet jeder Revierinhaber selbstständig" - hält es aber für "gut, wenn die Population nicht zu sehr steigt". Zwar fingen Füchse auch Mäuse, was begrüßenswert sei, sie griffen aber eben auch Niederwild wie zum Beispiel Fasane und Rebhühner an. Der Rhein-Kreis Neuss sei kein Risikogebiet für den Fuchsbandwurm, und Deutschland gelte auch als tollwutfrei. Letzteres habe aber wohl auch mit intensiven Bekämpfungsmaßnahmen und eben der Fuchsjagd zu tun, urteilt die Expertin.

Das Kreisveterinäramt erhalte immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung, wenn Füchse auffällig würden, sagt Kern. Sie erinnert sich an einen Fall, bei dem ein Fuchs seinen Bau in der Nähe eines Kindergartens bezogen habe. Da habe es Handlungsbedarf gegeben, weil Wildtiere den Kindern nicht zu nahe kommen sollten.

Quelle: NGZ
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