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Dormagen
Für "Aschenputtel" wird noch alles gefegt

Dormagen: Für "Aschenputtel" wird noch alles gefegt
Damit das Bühnenareal zur Premiere am 11. Juni auch sauber ist, greift Josef Tesch zum Besen. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Am 11. Juni ist Premiere: Dann zeigt der Verein Märchenspiele Zons "Aschenputtel". 76 Darsteller sind dabei, Kostüme noch viel mehr. Von Anneli Goebels

Seit 60 Jahren ist Josef Tesch Mitglied des Zonser Märchenvereins. Längst ist er auch dessen Vorsitzender und - der 79 Jahre alte Kölner und seine Frau sind zuständig für die Choreographie der Tänze. Die sind ein wichtiger Bestandteil jeder Inszenierung, auch wenn sie eigentlich nicht zu den Märchen gehören. Zum dritten Mal ist es nun die Geschichte vom Aschenputtel, das von seinen beiden Stiefschwestern - heute würde man sagen - gemobbt wird, die aufgeführt wird. Doch am Ende wird wie immer alles gut, das Aschenputtel bekommt seinen Prinzen, die Stiefschwestern gehen leer (und mit jeweils nur noch einem halbem Fuß) aus.

Geübt wird seit März jedes Wochenende. Die Auswahl des Stückes erfolgt schon ein Jahr zuvor. Auch die Wahl für 2018 ist längst gefallen: "Der gestiefelte Kater" wird es sein. Wenn Regisseur Jürgen Reinecke die Wahl getroffen hat, dann wird das Märchen, eng am Original natürlich, umgeschrieben. Ursula Tesch sucht die Musik für die Tänze aus, mit ihrem Mann arbeitet sie gemeinsam an der Choreographie. Doch bevor geprobt werden kann, hängen Listen aus. Auf denen können sich die Akteure eintragen. Wer möchte tanzen und spielen, wer nur tanzen oder nur spielen? Besonders zu beachten sind die Aufführtermine. Immerhin sind es 17, die sollten schon frei gehalten werden, vor allem dann, wenn man eine Hauptrolle hat. "Aber natürlich kommt es immer wieder vor, dass jemand krank wird. Dann müssen wir umbesetzen. Das klappt schon", sagt Tesch. Hoffentlich auch mit dem Kostüm, denn nicht immer hat die Vertretung auch die gleiche Figur.

"Deshalb ist es wichtig, dass unser Kostümfundus auch in Zons ist, damit immer schnell einer dorthin rennen kann", sagt Josef Tesch. Der Kostümfundus - ein etwas leidiges Thema, nicht wegen der tollen Kleider, sondern wegen ihrer Unterbringung. Viele Jahre waren die immerhin 2000 bis 2500 Kostüme in einem Raum des Bürgerhauses untergebracht. Als das abgerissen wurde, glaubte der Verein, er müsse nur eine Übergangslösung suchen, bis das neue Kreisarchiv fertiggestellt ist. Also wurde ein Ladenlokal in Zons angemietet. Das kostet pro Jahr 11.500 Miete, wovon allerdings 6000 Euro die Stadt übernimmt. Von dem neuen Raum war beim Richtfest keine Rede mehr. "Im alten Kreisarchiv hat man uns einen Raum angeboten, der noch leer steht", sagt Tesch. Allerdings habe der nur 25 Quadratmeter. So wird es wohl vorerst das Ladenlokal bleiben. "Wir hoffen, dass die Stadt ihren Beitrag erhöhen wird. Denn die Miete reißt in unser kleines Budget ein Riesenloch", so Tesch. Gespräche seien angekündigt. Geld kostet den Verein der Regisseur, eine Schneiderin, die aber von zwei ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern kräftig unterstützt wird, Stoff und Zubehör für die Kostüme, Material für die Bühnenbilder. Doch die Sorgen um das liebe Geld rücken so kurz vor der Premiere erst einmal in den Hintergrund. Am Wochenende sind die Hauptproben, nächsten Samstag die Generalprobe. Ein Appell des Vorsitzenden: "Uns fehlen männliche Darsteller." Von den gut 80 Akteuren seien nur sieben Männer. Wo also bitte sind die Prinzen?

Quelle: NGZ
 
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