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Dormagen
Gäste aus Saint André reisen an

Dormagen. Zum Neujahrsempfang der Stadt reist die Partnerstadt mit einer Delegation an. Von Franziska Gräfe

Einst Erbfeinde, heute Herzensfreunde. Wie eng Deutschland und Frankreich zusammengewachsen sind, hat sich zuletzt nach den Attentaten von Paris in einem Meer von Tricolore-Fahnen auf Facebook gezeigt. Den Grundstein für die einst undenkbare Freundschaft legten Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages heute vor 53 Jahren. "Es ist toll, dass es damals Menschen gegeben hat, die es verstanden haben, die Weichen umzustellen", meint Johannes Marx, der sich seit über 30 Jahren selbst um die deutsch-französische Verständigung bemüht. Er ist Vorsitzender des Vereins "Freunde von Saint-André", den es mindestens ebenso lange gibt wie die Städtepartnerschaft zwischen Dormagen und der nordfranzösischen Kleinstadt nahe Lille - nämlich seit 1972.

Etwa 2800 deutsche Kommunen haben eine solche Partnerschaft, weiß Marx. In Dormagen ruht sie auf einer breiten Basis: Nicht allein die 172 Einzelmitglieder der "Freunde von St. André" pflegen Kontakte nach Frankreich, sondern unter ihrem Dach auch etwa 50 weitere Vereine, von den Wanderfreunden über die Ückerather Ringer, den Tischtennisclub Dormagen, die Boulespieler bis hin zu den Schützen und Karnevalisten, der Realschule am Sportpark und dem Leibniz-Gymnasium. "Der Schwerpunkt liegt bei Kindern und Jugendlichen, das Altersmittelfeld ist bei den Aktivitäten nicht so toll dabei", sagt Johannes Marx.

Dennoch besteht wahrlich kein Grund zur Klage: Mit 30 Begegnungen pro Jahr ist die Freundschaft zu Saint-André, sicherlich auch aufgrund der Distanz von nur gut drei Autostunden, die lebendigste der drei Dormagener Städtepartnerschaften. Am Sonntag wird Bürgermeister Erik Lierenfeld beim Neujahrsempfang aus Saint-André auch Élisabeth Masse, stellvertretende Bürgermeisterin, die Partnerschaftsbeauftragte Thérése Viémon und Daniélle Vanoverberghe, Präsidentin der "Amis des Dormagen", begrüßen können. Am Eintopfsamstag machen sich dann gar 27 "Andrésianer" auf den Weg ins Rheinland und laufen im Karnevalszug der "Ahl Dormagener Junge" mit.

Quelle: NGZ
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