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Dormagen
Gaspers wird neue Stadt-Kämmerin

Dormagen: Gaspers wird neue Stadt-Kämmerin
Sie steht vor einem überraschenden Karrieresprung in Dormagen: Dezernentin Tanja Gaspers soll Beigeordnete werden. FOTO: Jazyk, Hans
Dormagen. Bürgermeister Erik Lierenfeld baut die Rathausspitze um. Wenn im Herbst der Nachfolger von Kai Uffelmann gewählt wird, soll auch Dezernentin Gaspers Beigeordnete werden. Eine Verwaltungsebene fällt weg - 120 000 Euro Einsparung. Von Klaus D. Schumilas

Die Veränderungen in der Verwaltungsspitze, die Bürgermeister Erik Lierenfeld in vergangenem Jahr begonnen hat, setzt er mit einer nahezu kompletten Neustrukturierung fort. Größter Effekt: Mit den Dezernenten fällt künftig eine Führungsebene komplett weg, die Stadt spart rund 120 000 Euro im Jahr. Personell ist es ein Paukenschlag, den Lierenfeld gestern bei einer Pressekonferenz verkündete: Dezernentin Tanja Gaspers wird zum 1. Juni neue Kämmerin der Stadt. Zu diesem Termin wechselt Amtsinhaber Kai Uffelmann zum Landkreis Harburg. Wenn im Herbst der Nachfolger von Uffelmann als Erster Beigeordneter gewählt wird, soll der Stadtrat auch Gaspers zur Beigeordneten machen. Der Umbau soll im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein, wenn Dezernent Gerd Trzeszkowski in den Ruhestand geht. Dieses Dezernat wird eingespart.

Vor allem die Beförderung von Gaspers zur Beigeordneten überrascht. In der ersten Runde der Neustrukturierung hatte Lierenfeld ihr die Ressorts Schule, Personal und Eigenbetriebe entzogen. Sie gilt in gesellschaftlichen Kreisen als schwierig in der Kommunikation. Zuletzt machten Wechselabsichten von Gaspers die Runde, die in ihrer Heimatstadt Troisdorf Beigeordnete werden wollte. Lierenfeld sieht in ihr aber genau die richtige Wahl für die heikle Aufgabe als Kämmerin in einer Stadt mit Haushaltssicherungskonzept: "Ich brauche jemanden, der stringent ist, genau arbeitet und sich in Gesprächen durchsetzen kann. Das kann sie." Und sie sei bereit, an sich zu arbeiten. Gaspers wird jetzt bei der Aufstellung des Haushaltsplanentwurfs miteinbezogen, den sie dann im Herbst im Stadtrat einbringen wird. Kenntnisse für ihre neue Aufgabe bringt die 47-Jährige mit, sie hat Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität Hagen studiert. Die Diplom-Kauffrau Gaspers wird ab 1. Juni zu ihren bisherigen Bereichen Recht, Sicherheit und Ordnung sowie Bildung und Kultur die Finanzen und den Eigenbetrieb erhalten. Wird sie zur Beigeordneten gewählt, kommen noch die Technischen Betriebe hinzu, im Gegenzug gibt sie Bildung/Kultur und Sicherheit/Ordnung an den neuen Ersten Beigeordneten ab.

Bürgermeister Erik Lierenfeld FOTO: ATI

Lierenfeld sagte, dass es seit seinem Amtsantritt der Wunsch gewesen sei, die Verwaltungsspitze zu verkleinern. "Das Ziel, Häuptlinge abzubauen, verfolge ich minutiös." Das Ausscheiden von Uffelmann und der absehbare Ruhestand von Trzeszkowski (der am 1. Juni noch allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters wird) bietet ihm jetzt die Chance dazu, Leitungsstellen abzubauen. Das setzt sich bis in die Fachbereichsebene fort, wo Fachbereiche zusammengelegt werden. Dass dieses Vorgehen auch Nachteile hat, weiß Erik Lierenfeld: "Je mehr Leitungsstellen abgebaut werden, desto weniger Aufstiegschancen gibt es. Aber in diesen schwierigen finanziellen Zeiten geht es leider nicht anders."

In der nächsten Ratssitzung am 21. April legt die Verwaltung den Ausschreibungstext für die Position des Ersten Beigeordneten vor. Der Kandidat soll im günstigsten Fall Volljurist sein. Eine Findungskommission mit Lierenfeld und den Fraktionsvorsitzenden soll geeignete Bewerber auswählen.

Wird allgemeiner Vertreter von Lierenfeld: Gerd Trzeszkowski. FOTO: jaz
Quelle: NGZ
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