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Dormagen
Gastronome dürfen Eurosport zeigen

Dormagen: Gastronome dürfen Eurosport zeigen
Im "Haus Hubertus" in Dormagen werden weiterhin wieder Bundesliga-Spiele gezeigt. Darauf möchte Michael Heinze nicht verzichten. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Eurosport duldet die Übertragung der Bundesliga-Spiele in Sport-Bars vorerst noch bis zum Ende des Jahres. Dormagens Gastronome beklagen die hohen Preise und den schlechten Service des Bezahlsenders Sky. Von Bernd Rosenbaum

Acht Gaststätten weist der offizielle Sky-Finder für Dormagen aus, in denen die Spiele der Fußball-Bundesliga gezeigt werden sollen. Doch die Liste ist längst nicht mehr aktuell. Aufgeführt ist zum Beispiel noch die Hotelbar des "Deutschen Hauses" in der Nettergasse. Das Gebäude steht aber seit mehreren Bränden im Jahr 2015 leer. Und der Bezahlsender wird wohl auch noch weitere Abonnenten in Dormagen verlieren. Mit der Tatsache, dass Sky mit Beginn der neuen Bundesliga-Saison am kommenden Wochenende nicht mehr exklusiv alle Spiele zeigt, hat das aber wohl nur wenig zu tun.

So zeigen sich einige Gastronomen verunsichert darüber, dass lange nicht geklärt schien, ob und wie sie die Spiele zeigen können, die vor allem freitags abends nun von Sky-Konkurrent Eurosport übertragen werden. Denn erst am Freitag wurde bekannt, dass sich Eurosport und Sky noch nicht grundlegend geeinigt haben. Aber: Eurosport duldet nun zumindest "bis Jahresende die gewerbliche Nutzung in Gaststätten und stellen die Verwendung des Eurosport Player im gewerblichen Bereich für den gleichen Preis zur Verfügung", erklärte der Eurosport-Mutterkonzern Discovery auf Anfrage (siehe Kasten).

Die Unzufriedenheit seiner professionellen Abonnenten - zumindest in Dormagen - scheint Sky aber ohne fremdes Zutun verursacht zu haben. Boris Diebig zum Beispiel, der das Hotel Stadt Dormagen betreibt und demnächst auch das "Fährhaus Zons", ist sauer: "Es geht immer nur bergab mit Sky, das Abo ist sehr teuer und der Service wird immer schlechter. Ich versuche seit zwei Monaten, den für uns zuständigen Außendienstler zu erreichen, um zu kündigen." Sky sei zwar schon ein "Magnet", wie Diebig es formuliert, viele Gäste kämen wegen der Spiele. Aber: "Ich muss schon sehr viele zusätzliche Essen und Getränke verkaufen, damit sich das lohnt." Das musste auch das Haus Niederfeld, das sein Abo nun aber bereits gekündigt hat. "Das hat sich für uns nicht gelohnt. Wir hatten zu wenige Gäste, die die Spiele gucken wollten und dafür war es uns zu teuer", hieß es. Die Gästeschaft höre lieber Musik. "Wir haben während der Übertragungen höchstens zehn zusätzliche Gäste", sagt auch Eryhan Azizi, Betreiber des Clubhauses der TG Stürzelberg. Dennoch ist er bereit, weiter die 200 Euro Monatsgebühr für Sky zu zahlen, auch wenn "ich schon enttäuscht war als ich hörte, dass die nicht mehr alle Bundesligaspiele übertragen". Zwei Jahre lang habe er 350 Euro monatlich berappt. Als der Bezahlsender seine Kündigung auf dem Tisch hatte, schicke er einen Vertreter, der ihm ein Angebot machte, dass er nicht ausschlagen konnte: 150 Euro monatlich weniger, dafür aber muss er an zwei Monaten im Jahr den Fernseher aus lassen. "Fußball-Bundesliga ist bei uns ein wichtiger Faktor", sagt Sabine Heinze vom Haus Hubertus. Sie bezahle jeden Monat sogar 700 Euro für ihr Abo, obwohl nur wenige zusätzliche Gäste kämen, "wenn nicht gerade der 1. FC Köln spielt."

Quelle: NGZ
 
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