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Dormagen
Generationen-Wohnen startet im Herbst

Dormagen: Generationen-Wohnen startet im Herbst
Dormagen. Acht der 23 Wohnungen sind noch zu haben. Die Genossenschaft "Nachbarschaftlich Wohnen in Dormagen" (Nawodo) aber ist überzeugt, dass es nach Baubeginn, der für dieses Jahr geplant ist, genug Interessenten geben wird. Von Anneli Goebels

Inga Steil ist voller Vorfreude. Noch lebt die 36-Jährige mit Mann Christian und dem zweijährigen Sohn Aike in Düsseldorf. Im Mai wird das zweite Kind des Paares zur Welt kommen. Das wird auch erst einmal in der Landeshauptstadt leben, bevor die vierköpfige Familie spätestens 2018 im Neubaugebiet Nievenheim IV in einem ganz besonderen Wohnkomplex leben wird. Paare, Familien, Singles im Alter von 20 bis Mitte 80 wohnen dort Tür an Tür, jeder in seiner eigenen Wohnung, dennoch mit einer Art familiärem Anschluss. "Wir wollen eine selbstbestimmte aktive Nachbarschaft leben", sagte Johannes Thönneßen, einer der Initiatoren von Nawodo, bei der kleinen Feier anlässlich des Eintrags ins Genossenschaftsregister. Der familiäre Aspekt ist auch den Steils sehr wichtig, zumal deren Eltern in der Nähe von Hamburg leben. "Sie können nicht mal eben vorbeikommen", sagte Inga Steil. Durch eine Anzeige seien sie auf das Projekt Nawodo aufmerksam geworden. 50 bis 120 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, von denen jetzt noch acht zur Auswahl stehen. Die 24. wird den Gemeinschaftsraum der Genossenschaft bilden.

Von einem Leuchtturmprojekt sprach Architekt Bodo Frömgen-Siebenmorgen, der neben dem städtebaulichen auch den ökologischen Aspekt betonte: "Unter anderem werden wir dort mit Pellets heizen, Solarthermie-Anlagen einsetzen und Zisternen für die Gartenbewässerung einbauen." Das Besondere für ihn an dem Konzept: nah an und mit den Menschen zu arbeiten und zu planen. Sechs Millionen Euro wird laut Planung die Gesamtanlage kosten. 1,5 davon, so Inga Steil, werden die Genossenschaftsmitglieder als Eigenkapital beisteuern. Der Betrag ergibt sich, weil jede Partei pro Quadratmeter der Wohnfläche 600 Euro als Einlage zahlen muss.

4,5 Millionen Euro wird demnach der Kredit sein, den die Genossenschaft aufnehmen muss. "Abgezahlt wird der über die Miete, die die Bewohner zahlen", erklärte Inga Steil, die bei der Genossenschaft zur Finanzgruppe gehört. 9,50 Euro pro Quadratmeter werden das sein. Dass noch acht Wohnungen "leer stehen", macht den Mitgliedern kein Kopfzerbrechen. "Wir gehen davon aus, dass sich noch viele Interessenten melden werden, wenn wir erst einmal mit dem Bau begonnen haben", so Thönneßen. Von dieser Erfahrung berichtete bei der Veranstaltung auch ein Gast aus Bonn vom Wohnprojekt Amaryllis. "Außerdem werden Sie sehen, dass Ihr Projekt auch in das gesamte Quartier strahlen wird", sagte Gerd Hönscheid-Groß. 50 Erwachsene und 20 Kinder leben dort. Auf neue Genossenschaftsmitglieder mit Kindern hoffen auch die Steils und darauf, dass es bald losgeht.

Da konnte Bürgermeister Erik Lierenfeld, ebenfalls Gast der Veranstaltung, berechtigte Hoffnungen machen. So teilte er mit, dass im März der Hauptausschuss den Mindestgebotspreis für die Grundstücke beschließen werde und im April die Erschließungsarbeiten begännen. Baustart: vermutlich Herbst 2016, Einzug: Ende 2017, spätestens 2018.

Quelle: NGZ
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