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Dormagen
Gerd Kösters "Kumm Jangk" begeistert in der "Kulle"

Dormagen: Gerd Kösters "Kumm Jangk" begeistert in der "Kulle"
Gerd Köster und Frank Hocker (es fehlt Helmut Krumminga). FOTO: Kom(m)ödchen
Dormagen. Seit Gerd Köster 2013 erstmals nach 22 Jahren wieder in Dormagen auftrat, hat sich seine Schlagzahl deutlich verbessert: 2014 war er wieder zu Gast und jetzt gab er gemeinsam mit Frank Hocker und BAP-Gitarrist Helmut Krumminga erneut ein Konzert in der "Kulle".

Der gestiegene Stellenwert Dormagens für den kölschen Blues-Rocker dürfte auch seinen Grund in der regelrechten Fan-Szene haben, die sich hier offenbar entwickelt hat. "Kumm Jangk" heißt das aktuelle Programm des Trios Köster/Hocker/Krumminga, das sich den 200 Besuchern in bester Spiellaune präsentierte - was die nach mehr als zwei Stunden und etlichen Zugaben mit gebührendem Applaus quittierten. Sentimentalen Verklärungen der Domstadt macht der Ur-Kölner Gerd Köster gleich von vornherein den Garaus. Die ansonsten als "Definition" von "Klüngel" gebräuchliche Phrase "Man kennt sich und man hilft sich", wird durch ein bärbeißig-resigniert angefügtes "trotzdem" um einiges realistischer.

Dass er mit den Jahren zunehmend ratloser geworden sei, bekennt der 58-Jährige angesichts der nicht nur politischen Entwicklung, doch das ist natürlich auch Koketterie: Den längst schon in Richtung Schwarz-Grün segelnden einst alternativen Grünen gibt er gehörig einen mit und auch zu den Reaktionen auf die aktuelle Flüchtlingskrise fand Gerd Köster schon passende Worte als es die in dieser Intensität noch gar nicht gab. "Leis rieselt et Hätz en et Portemonnaie" (2014 entstanden) lässt sich auch als Abgesang auf Wendehälse verstehen, die einst mal politische Weggefährten waren. Bei allem melancholisch grundierten Ernst lässt Gerd Köster indes auch der puren Blödelei ihr Recht: "Wat haQsch do bloß jerouch" (Was habe ich da bloß geraucht) liefert eine überaus amüsante Beschreibung eines Trips, den inhalierbare Substanzen zuweilen ermöglichen. Angesichts von drei Auftritten in ebenso vielen Jahren könnten die drei Musiker womöglich jährliche Stammgäste in Dormagen werden - am Publikumszuspruch dürfte es jedenfalls nicht scheitern. "Wir waren schon seit Wochen ausverkauft", sagt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll.

(S.M.)
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