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Dormagen
Gewerbeflächen-Strategie gefordert

Dormagen. Die Stadt soll ermitteln, welche Branchen gute Gewerbesteuerzahler sind. Von Klaus D. Schumilas

Eine Antwort hat Sascha Müller noch nicht erhalten. Der Unternehmer aus Waltrop möchte gerne in Dormagen ein Krematorium errichten. Bislang scheiterte ein positiver Bescheid am geeigneten Standort und auch an der Kernfrage, ob eine solche Einäscherungsanlage überhaupt in der Stadt gewünscht ist. Nicht aus Pietätsgründen, sondern wegen der Frage, ob die Ansiedlung eines Krematoriums finanziell für die Stadt lukrativ ist. Dies will die CDU geklärt haben: "Wir müssen mit den wenigen Gewerbeflächen, die wir noch haben, haushalten. Daher ist es interessant zu wissen, ob ein Krematorium als Gewerbesteuerzahler interessant ist", sagt Fraktionsvorsitzender André Heryschek.

Dahinter steckt die Kernfrage, die auch die Wirtschaftsförderung beantworten soll: Um welche Branche sollte sich die Stadt verstärkt bemühen? "Die Frage lässt sich kaum beantworten", sagt Gregor Werkle von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, "denn dazu gibt es keine amtlichen Statistiken." Die Stadt Neuss hat vor zwei Jahren einmal auf Wunsch der Politik unter Berücksichtigung des Steuergeheimnis ihre Gewerbesteuerdaten analysiert. Im Ergebnis zeigte sich, dass Verarbeitendes Gewerbe, Handel sowie Finanzdienstleistungen von herausragender Bedeutung sind. Zieht man die Zahl der Arbeitsplätze heran, dann bietet sich ein etwas anderes Bild, weil der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen deutlich weniger versicherungspflichtige Arbeitsplätze hat als das verarbeitende Gewerbe oder Handel (und Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). "Es geht nicht immer nur um die Fläche, die verbraucht wird, sondern um Wertschöpfung", so Werkle. "Zu beachten ist auch, wenn ein Großunternehmen einen großen Anteil an den Gewerbesteuereinnahmen beisteuert." In einer Krise wiegt der Wegfall schwer.

Krematoriums-Betreiber Müller weist darauf hin, dass die Stadt Konzessionsgebühren für jede Einäscherung erhält - in Waltrop über 40 000 Euro. "Hinzu kommt noch Gewerbesteuer."

Quelle: NGZ
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