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Dormagen
Gläubige gießen neue Kreuz-Stele aus Beton

Dormagen: Gläubige gießen neue Kreuz-Stele aus Beton
Frieder Neher, Ansgar Beuten, Markus Wegener, Diakon Ronald Brings und Pfarrer Peter Stelten (v. l.) mit einem Teil der neuen Stele. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Pfarrer Peter Stelten will mit dem "Denk-Mal" ein Zeichen setzen. Gemeinde kann Zettel mit Gebeten und Gedanken einbringen. Von Franziska Gräfe

Mit einer außergewöhnlichen Gemeinschaftsaktion würdigt die Pfarre St. Michael am kommenden Sonntag das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit". Sie lädt die Gläubigen ein, im Rahmen des Michaelismarktes, der ihren Schutzheiligen im Namen trägt, gemeinsam eine 1,60 Meter hohe Kreuz-Stele aus Beton zu gießen und dabei Zettel mit Gebeten und Gedanken einzubringen. Die Pfarre will "ein Zeichen setzen", sagt Pfarrer Peter Stelten, und appelliert: "Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Dormagener in den nächsten Jahren daran erinnern können, an diesem ,Denk-Mal' mitgewirkt zu haben."

Die massive Stele aus Beton wird sichtbar die Kernaussagen zu den sieben leiblichen Werken benennen: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. "So regt das Werk in besonderer Weise zum Nachdenken an", unterstreicht Diakon Ronald Brings.

Wo das gemeinsam erschaffene Denkmal in Zukunft zum Innehalten einlädt, steht indes noch nicht fest. Der ursprünglich vom Kirchenvorstand ins Auge gefasste Standort in Zons vor der Südseite der Burg Friedestrom jedenfalls wurde nach Intervention verschiedener Zonser Vereine verworfen. "Die Stele sollte aus Natur- und Landschaftsschutzgründen nicht am Treidelpfad stehen, zumal der vorgesehene Standort auch im alten Zonser Hafen und dem ehemaligen Rheinbett gelegen hätte", erklärt Hermann Kienle, Vorsitzender des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons und ehrenamtlicher Denkmalpfleger. Auch der Heimat- und Verkehrsverein Zons habe seine Bedenken geteilt. Gemeinsam sprach man bei der Stadt Dormagen als unterer Denkmalschutzbehörde vor. Das bestätigt Stadtsprecher Harald Schlimgen auf Anfrage unserer Redaktion. Er betont, dass der Standort südlich der mittelalterlichen Befestigungsanlage "aus Sicht des Landschaftsverbandes und der Bodendenkmalpflege genehmigungsfähig" gewesen sei. Die Stadtverwaltung habe den Kirchenvorstand dann über die Vorbehalte der Zonser informiert. "Daraufhin wurde der Antrag am 1. September zurückgezogen", teilt Schlimgen mit.

Aktuell werden verschiedene Standorte diskutiert. "Die Idee ist, die Stele an einen Ort zu stellen, der von vielen Menschen gesehen wird und der zum kurzen Verweilen einlädt", nennt Diakon Brings einen wichtigen Aspekt. Deshalb prüfe man derzeit diverse Optionen. "Sobald wir uns mit allen Betroffenen und der Stadt Dormagen auf einen Standort geeinigt haben, werden wir diesen kommunizieren und den Termin für die Einweihung der Stele bekannt geben", so Brings.

Die Barmherzigkeit soll während des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres wieder neu in das Bewusstsein der Gläubigen gerückt werden. Die Tradition des Heiligen Jahres geht auf eine hebräische Tradition zurück. Das "Jubeljahr" war ein besonderes Heiliges Jahr, das alle 50 Jahre begangen wurde. Die katholische Kirche hat dem hebräischen Jubeljahr eine mehr geistliche Bedeutung gegeben. Sie besteht in einer umfassenden Vergebung und der Einladung, die Beziehung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern.

Quelle: NGZ
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