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Dormagen
Gohr: Investoren für Wohngebiete gesucht

Dormagen: Gohr: Investoren für Wohngebiete gesucht
Die vier zu bebauenden Flächen westlich der B 477 haben folgende Größen: 3,4 Hektar (1), 2,8 Hektar (2), 0,17 Hektar (3), 0,3 Hektar (4). FOTO: Stadt
Dormagen. Beim vierten Stadtteilgespräch war die Weiterentwicklung von Gohr ebenso Thema wie Verkehrsprobleme und schnelles Internet. Von Carina Wernig

Der Bürgermeister machte den Standpunkt der Stadtverwaltung klar: "Gohr ist kein abgehängter Stadtteil, es gibt bereits jetzt einige Entwicklungsmöglichkeiten und an weiteren wird gearbeitet", sagte Erik Lierenfeld beim vierten städtischen Bürgerforum, das am Mittwochabend im Bruderschaftshaus in Gohr stattfand. Knapp 50 Bürger aus Gohr und Broich wollten von der Verwaltung Lösungen für zahlreiche Verkehrsprobleme und ihre anderen Anliegen. "Wir haben wieder viele Anregungen erhalten", zog Lierenfeld eine positive Bilanz seines vierten Stadtteilgesprächs.

Wie auch der Leiter der Bauaufsicht, Ralf Schenk, in seinem Vortrag ausführte, gibt es bereits jetzt vier Flächen, auf denen in Gohr Wohnbebauung ermöglicht werden könnte: "Wenn denn Investoren sich dafür interessieren und die Eigentümer sie zur Verfügung stellen." Insgesamt sind die Flächen 6,7 Hektar groß (kein anderer Stadtteil hat im Moment so viele zu bebauende Flächen), liegen alle westlich der B 477, zwei davon sind in städtischem Besitz, wie die aufzugebende Friedhofserweiterungsfläche (4 auf der Grafik). Dort könnte im Bieterverfahren in absehbarer Zeit Hausbau ermöglicht werden. "Wenn Sie von bauwilligen Interessenten hören, leiten sie diese an die Stadt weiter", machte Lierenfeld Werbung für Investitionen in Gohr, dessen Einwohnerzahl von 2244 im Jahr 2006 auf 2195 im Vorjahr gesunken ist.

Das Baugebiet am Bruderschaftsweg (hier 2011) war das bisher letzte für Gohr. Das könnte sich bald ändern, wenn Investoren gefunden werden. FOTO: Jazyk

Die Aussicht, dass der Ort bereits jetzt wachsen könnte, erfreute die Gohrer: "Es ist wichtig für Gohr, dass weitere Bewohner, vor allem junge Familien hierher ziehen können. Dass die Voraussetzungen durchaus da sind, ist ein guter Ausblick", sagte der Gohrer Stefan Kemper, der allerdings auch den fehlenden Lebensmittelhändler im Dorf ansprach. Bürgermeister Erik Lierenfeld erinnerte daran, dass die großen Supermarkt-Ketten eher in größere Läden an zentralen Stellen gehen: "Es ist schwierig, auch für die Innenstadt und Delrath einen Lebensmittelhändler zu finden." Allerdings suche die Stadt auch für Gohr nach einer Lösung des Nahversorger-Mangels: Ein mögliches Modell wäre es, wenn sich ein Tankstellenbetreiber im nördlichen Bereich mit einem großen Sortiment im Shop niederlasse. "Wir haben das alles im Blick", betonte der Bürgermeister, der angesichts einiger Beschwerden über Löcher in der Straßendecke, nicht geschnittene Bäume oder noch nicht reparierter Spielplatzgeräte klar Stellung bezog: "Das wird alles erledigt, nur können wir nicht überall in allen Stadtteilen gleichzeitig agieren."

Auch der vorige Woche bekannt gemachte Glasfasernetz-Ausbau, bei dem Dormagen-Mitte, Horrem, Straberg und Gohr ebenso in den nächsten 14 Monaten mit schnellem Internet ausgestattet werden sollen wie Rheinfeld und Zons, sei ein gutes Beispiel, so Lierenfeld: "Hier investiert die Stadt über ihre Tochter evd mit einer Tochter der Stadt Köln, NetCologne, in die Zukunft - auch dabei geht leider nicht alles auf einmal." Gohr ist ebenso wie Straberg und Zons als ein bisher besonders unterversorgter Stadtteil bei den ersten Datenautobahn-Gebieten dabei. Andere folgen: "Wenn viele Dormagener dieses Angebot nutzen, ist das auch gut für den Ausbau in ganz Dormagen", so evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann.

Quelle: NGZ
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