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Dormagen
Günstige Wohnungen sind Mangelware

Dormagen: Günstige Wohnungen sind Mangelware
FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Die Stadt und die Baugenossenschaft haben sich bis auf Weiteres von ihrem Ziel verabschiedet, verstärkt junge Leute aus Universitäten in den Nachbarstädten in Dormagen anzusiedeln. Jetzt sollen vor allem Familien angesprochen werden. Von Klaus D. Schumilas

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass die Baugenossenschaft Dormagen unter dem Titel "Deine Idee - deine WG" einen Wohnungswettbewerb ausschrieb, an dem sich Studenten mit kreativen Wohnraumgestaltungen bewerben konnten. Der Gewinner erhielt bis zu drei freie Wohnungsmieten. Vor allem Studenten und Azubis hatte das Wohnungsunternehmen im Blick, wollte sie im Zusammenspiel mit Bemühungen der Stadt davon überzeugen, dass Studieren in Köln oder Düsseldorf und Wohnen in Dormagen die beste Kombination sei. Davon ist heute keine Rede mehr. Beide haben ihre Bemühungen in diese Richtung eingestellt bzw. auf Eis gelegt. "Eine solche Kampagne ist erst einmal nicht geplant", sagt Robert Pichel von der Agentur Blue Moon, die die Öffentlichkeitsarbeit der Baugenossenschaft besorgt. Der Markt gibt nicht genügend passenden Wohnraum für diese Zielgruppe her.

Sichtbarer Beleg sind die Angebote auf den Internetseiten: Zwei Wohnungen werden von der Baugenossenschaft explizit für Studenten und Auszubildende offeriert. Einmal drei Zimmer am Akazienweg, die zweite ist eine Dachgeschosswohnung an der Wieskirchenstraße. Nicht viel angesichts der großen Nachfrage in der Studentenschaft der umliegenden Universitäten. 500 Euro bekamen Studenten als Umzugsprämie, "30 Mal wurde sie ausgezahlt", so Pichel. Wer über die städtische Homepage nach einer Unterkunft in einer WG sucht, der findet dort auch eine Reihe von Altangeboten, die kaum noch auf dem Markt sein dürften. Stadt-Sprecher Harald Schlimgen formuliert es vorsichtig, aber dennoch deutlich: "Wir haben zwischenzeitlich unsere Werbemaßnahmen zurückgefahren. Es herrscht Druck auf dem Wohnungsmarkt."

Im vergangenen Herbst erntete die Kreativabteilung im Rathaus Lob für ein witziges Foto, das Jonathan Eisenkrätzer, Mitarbeiter im Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit, zum Thema Wohnraum in seinem eigenen Badezimmer entwickelt hatte. "Du willst mehr Wohnraum für dein Geld? Dann ab nach Dormagen" hieß der Slogan, der vorwiegend Jüngere ansprechen sollte, "www.Wohnenindormagen.info" ist die passende Internetseite, auf denen Interessierte die Immobilienangebote der gängigen Plattformen gebündelt finden. "Im Durchschnitt haben wir 200 Zugriffe im Monat auf unser Angebot", so Schlimgen. Die Strategie ist jetzt breiter aufgestellt, die Stadt setzt stärker auf Familien. Aus gutem Grund. Um kleinere, kostengünstige Wohnungen buhlen junge Leute und auch Flüchtlinge, die untergebracht werden müssen. Aber das mag niemand so deutlich formulieren. Klar ist nur, dass das Angebot sehr knapp ist.

Die Stadt hat reagiert und setzt ihre Strategiekorrektur auch visuell um. Zurzeit arbeitet sie an einem neuen Spot, der Familien ansprechen soll und diejenigen, die an Eigentum denken. Am Wochenende sollen unter Regie von Andy Kranz die ersten Dreharbeiten beginnen.

Dass der Wohnungsmarkt in Dormagen schwierig ist, bekam die Stadt nach ihrer Herbst-Offensive zu hören. Auf Facebook äußerten sich einige Nutzer dahingehend, dass sie Mühe haben, eine günstige Unterkunft zu finden.

Quelle: NGZ
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