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Dormagen
Hackenbroicherin rettet Straßenhunde

Dormagen: Hackenbroicherin rettet Straßenhunde
Martina Wolf kümmert sich um Tierschutz in Griechenland. Sie selbst hält auch zwei Hunde: "Fienba" und " Sammy". FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Martina Wolf sammelt Spenden und sucht nach Futterpaten, um Streunern in Griechenland ein besseres Leben zu ermöglichen. Von Franziska Gräfe

Hundekekse und lange Spaziergänge, ein kuscheliges Körbchen und eine eigene Familie: Davon können Bounty, Kras, Miguel und Tzika nicht einmal träumen. Sie streunen über die Straßen Griechenlands: weggeworfen, ungeliebt und immer in Gefahr, brutal getötet zu werden. "Hunde sind keine Nutztiere, deshalb haben sie in Südeuropa keinen Stellenwert", sagt Martina Wolf. Seit sie im Sommer vergangenen Jahres per Zufall - eine Freundin holte einen Hund aus Griechenland zu sich nach Hause - vom Leid der Straßentiere erfuhr, engagiert sich die Hackenbroicherin bei "Never Walk Alone".

Der Tierschutzverein mit Sitz im sauerländischen Olsberg wurde von der Griechin Marika Kamari gegründet. Er unterhält fünf Auffangstationen mit etwa 2000 Straßenhunden in der weiteren Umgebung von Thessaloniki.

Martina Wolf betreut im Verein die Patengruppe "Pet Streetworker", wenngleich die Besitzerin zweier Hunde noch nie selbst auf den Straßen Griechenlands unterwegs war. Ihre Aufgabe besteht darin, in Deutschland Futterpaten und Sachspenden zu akquirieren für die Auffangstation des Vereins in Kozani. In gleicher Weise unterstützt sie auch Streetworker Ilias Ndini, der sich in der Stadt Giannitsa um ganze Rudel Straßenhunde kümmert.

"Die Arbeit ist authentisch, ich sehe, was passiert und dass das Geld ankommt", ist sich Wolf sicher. Seit es in Griechenland wirtschaftlich bergab gehe, sei die Zahl der streunenden Tiere spürbar gewachsen. Weil Futter und medizinische Versorgung teuer sind, werden Hunde, auch ganze Würfe, am Wegesrand oder - noch schlimmer - in der Mülltonne entsorgt. Die, die überleben, vermehren sich weiter. Streunende Hunde wiederum sind Tierhassern ein Dorn im Auge. Zuletzt wurden sogar in bisher sicheren Unterschlüpfen in den Bergen 30 Hunde vergiftet.

Deshalb soll in Giannitsa jetzt eine Kranken- und Auffangstation entstehen, mit richtigen Zwingern und Behandlungsräumen, "vor allem, um Kastrationen durchzuführen", informiert Wolf. Dafür sammelt der Verein Sachspenden: Hundehütten, Körbe, Decken, Wasser- und Futternäpfe, Transportboxen - alles wird gebraucht. Ein ausgedienter OP-Tisch und weiteres Equipment aus der Zonser Praxis von Tierarzt Robert Schröder ist bereits mit der Spedition auf dem Weg gen Süden. Gesucht werden außerdem Futterpaten, die mit einem monatlichen Obolus von zwölf Euro einem Hund das Überleben sichern.

Martina Wolf hält jeden Paten über "sein" Tier auf dem Laufenden. "Zu sehen, was mit Liebe und Pflege aus einem halbtoten Hund werden kann, das ist Seelenbalsam für mich", sagt die Hackenbroicherin. Und sollte sich ein Hundepate dazu entschließen, seinem Schützling hier in Deutschland ein Zuhause geben zu wollen, unterstützt der Verein "Never Walk Alone e.V." dies gerne, sagt Wolf: "Ein eigenes kleines Paradies für jeden Hund, das wäre ein Traum."

Quelle: NGZ
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