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Dormagen
Handel diskutiert Zukunft der CiDo

Dormagen: Handel diskutiert Zukunft der CiDo
Auch bei schlechtem Wetter lohnt sich der Besuch der Innenstadt, wie dieses Frauen-Quartett verdeutlicht. Um die Kölner Straße und Nebenstraßen weiterzuentwickeln, bedarf es einer starken Interessensgemeinschaft der Händler, sagt nicht nur die Stadt. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Nach der völlig unerwarteten Rücktrittsankündigung des kompletten CiDo-Vorstands gibt es Stimmen im Handel, die die Auflösung der Werbegemeinschaft fordern. Andere wollen eine Struktur-Debatte, und dass es weitergeht. Von Klaus D. Schumilas

Wenn es um Klartext geht, dann steht Hans-Dieter Lehnhoff in der ersten Reihe. "Diese Einrichtung ist völlig überflüssig", sagt der Chef des Kaufhauses Ring-Center an der "Kö". Er meint die Händler- und Werbegemeinschaft City-Offensive Dormagen, kurz CiDo. Deren Vorsitzender Robin Zur hat am Dienstag angekündigt, dass zum 22. Mai der komplette Vorstand nach weniger als einem Jahr zurücktreten werde. "Bei der CiDo funktioniert nichts", sagt Lehnhoff, "die brauche ich nicht. Wenn ich etwas will, wende ich mich an die Wirtschaftsförderung", sagt der einflussreiche Geschäftsmann. Demgegenüber fordert Éx-Stadtmarketingleiter Guido Schenk eine "Strukturdebatte". Am 22. Mai geht es auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung um die Zukunft der CiDo.

Dass es sie künftig weiterhin gibt, wünscht sich Stadtmarketing-Leiter Thomas Schmitt: "Als Interessensvertretung der Einzelhändler und als Partner bei den Stadtfesten brauchen wir die CiDo. Daher würden wir uns freuen, wenn sich ein neuer Vorstand für diese für unsere Innenstadt wichtige Aufgabe finden würde. Als SWD unterstützen wir auch zukünftig die Werbegemeinschaften in ihrer Arbeit." Die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft leistet heute schon das Gros der Arbeit, wenn es um die Organisation von Festen geht - in Zusammenarbeit auch mit der CiDo. Schmitt: "Wir werden alles tun, um die Stadtfeste zu sichern und auf den Weg zu bringen." Ob und wie es weitergeht, ist völlig unklar. Die aktuelle Vorstandsmannschaft beklagt die hohe zeitliche Belastung für dieses Ehrenamt. Das war auch schon bei den Vorgängern so. Wie es aus Sicht des noch amtierenden Vorsitzenden weitergehen könnte, ist nicht bekannt. Auf Nachfrage unserer Redaktion bekundete Robin Zur gestern "kein Interesse" an einem Gespräch.

Ob ihm die Kritik auf die Stimmung geschlagen ist, die dem Vorstand nach der Rücktritts-Ankündigung entgegenschlägt? Von "schade um die verlorenen neun Monate für die Innenstadt", über "Selbstdarsteller" bis hin zu Aussagen wie "als Torpedo gestartet, als Ruderboot angekommen" lauten Kommentare zur Berichterstattung im Internet. Mit viel Ehrgeiz und frischen Ideen sind Zur, sein Vize Erik Krüger und der restliche Vorstand im vergangenen Juli gestartet. Aber mehr Rückhalt bei den Händler-Kollegen erhielten sie nicht, die geringe Zahl der Mitglieder von knapp unter 70 mochten sie nicht nennenswert zu steigern. "Der Beitrag ist viel zu hoch", meint Guido Schenk, selbst lange Vorstandsmitglied bei CiDo und Vorgänger WSD, den Grund zu kennen. "In Nievenheim zahlen die Geschäftsleute 50 Euro im Jahr, hier geht es ab 300 Euro los. Der Beitrag muss radikal gekürzt werden." Dass der Jahresbeitrag von den Mitgliedern nach Informationen der Redaktion noch nicht eingezogen worden ist, ist ein Indiz dafür, dass derzeit nicht alles rund läuft bei der CiDo.

Schenk sieht die Notwendigkeit einer "starken Interessensvertretung von Händlern und Gastronomen". Schenk hält aber auch eine "Strukturdebatte" für dringend nötig. Die Auflösung der City-Offensive sei keine gute Lösung, "aber ob es in dieser Form als Verein weitergehen muss, darüber muss gesprochen werden". Er selbst erklärte seine Bereitschaft zur Mitarbeit und ist überzeugt, dass es "eine Hand voll weitere Leute" gibt.

Quelle: NGZ
 
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