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Daniela Dässel
Haus mit Kette oder Sperre sichern

Dormagen. Nach Überfall mit Messergewalt: Polizeisprecherin warnt vor Panikmache.

Horrem Der Alfa-Ratsherr Markus Roßdeutscher ist am Samstagmorgen gegen 1 Uhr zu Hause von zwei maskierten Männern mit einem Messer zur Herausgabe von Geld gezwungen worden. Zuvor hatten die Täter an der Haustür geklingelt und den Hausherren überwältigt. Er blieb unverletzt, die Täter flohen.

Frau Dässel, müssen sich nun alle Bürger Sorgen machen?

Daniela Dässel Zum Glück ist dieser Überfall die absolute Ausnahme. Grundsätzlich kann sich jeder in seiner Wohnung sicher fühlen und sollte keine Angst haben, wenn es klingelt. Panikmache ist nicht angesagt.

Gibt es Vorsichtsmaßnahmen, die Hauseigentümer und Mieter ergreifen könnten, um sich vor Überfällen zu schützen?

Dässel Zunächst gibt es relativ preisgünstige, aber wirkungsvolle Sicherungsmethoden wie Türspion, dazu Sperrbügel und Sicherheitsketten, die von innen vorgelegt werden können. Dann ist die Tür nur einen Spalt breit zu öffnen. Mehr investieren müsste man bei Gegensprechanlagen mit Videofunktion.

Was halten Sie von Bewaffnung als Schutz?

Dässel Wir raten dringend davon ab, dass sich Bürger bewaffnen. Im Ernstfall wird die Waffe vielleicht gegen einen selbst genutzt und ist gefährlich für alle. Da wirken präventive Methoden besser.

Sollte man im Zweifel die Tür - zum Beispiel nachts - gar nicht erst öffnen?

Dässel Sich abzuschotten, ist auch keine Lösung. Wenn einem die Uhrzeit des Klingelns oder etwas anderes verdächtig vorkommt, sollte man, wenn möglich, erst zum Fenster herausschauen. Und bei Beobachtungen von verdächtigen Personen in Gärten oder auf der Straße die Polizei unter 110 anrufen. Wir rücken lieber einmal zu viel aus als zu wenig. Da muss bei berechtigten Sorgen niemand befürchten, dass er für einen Notruf, der sich als Fehlalarm herausstellt, belangt wird.

Zerstört diese Vorsicht nicht die Hilfsbereitschaft im täglichen Miteinander?

Dässel Nicht unbedingt. Das Risiko für einen selbst muss minimiert werden, ohne auf Offenheit und Menschenfreundlichkeit zu verzichten. Das bedeutet, dass man bei aller Hilfsbereitschaft durchaus skeptisch gegenüber Fremden sein darf, die vielleicht eine Notlage vortäuschen, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Wer aus wirklicher Not an der Haustür nach einem Glas Wasser fragt, wird auch verstehen, wenn es nur durch die gesicherte Tür rausgereicht wird oder Nachbarn hinzugezogen werden.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE CARINA WERNIG

Quelle: NGZ
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