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Dormagen
Heiterer Abschluss mit Trinkliedern

Dormagen. Beim letzten Konzert des "Festivals Alte Musik" mit dem Titel "Bilder in der Musik" zeigten die Auftretenden nochmals ihre hohe Kompetenz. Von Heide Oehmen

"Bilder in der Musik" hieß es beim Abschlusskonzert des "Festivals Alte Musik", und dieser Titel lockte noch einmal ein stattliches Auditorium in die Knechtstedener Basilika. Auf einer großen Leinwand waren - parallel zu den musikalischen Vorträgen - Gemälde zu sehen, die die Alltagswelt des 17. Jahrhunderts widerspiegeln, mit viel Einfühlungsvermögen von Hermann Max und der Kunsthistorikerin Miriam Bothe ausgewählt. Letztere erklärte zwei Mal im Laufe des zum Glück pausenlosen Konzertes Wissenswertes zu den gezeigten Werken, sprach aber, bei leider mäßiger Mikrofonqualität, so schnell, dass es kaum möglich war, ihren Ausführungen zu folgen.

Die Tonsetzer des Barock, "meist mit exzellenter Schulbildung, aber kompositorische Dilettanten", wie es Hermann Max in seiner Einführung dargestellt hatte, ließen sich beim Komponieren stark von der bildenden Kunst inspirieren. Musikalisch ließ der Abend keine Wünsche offen. Michael Freimuth, Theorbe, Johanna Seitz, Harfe, Hartwig Groth, Violone, und Christoph Lehmann, Orgel/Cembalo, waren einer handverlesenen Auswahl der "Rheinischen Kantorei", teils besetzt mit Solisten der vorangegangenen Konzerte, eine anpassungsbereite und angenehm dezente Continuo-Gruppe. Geistliche und weltliche Chormusik des ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhunderts von Heinrich Schütz, Domenico Mazzocchi, Anton Colander, Claudio Monteverdi, Ariano Banchieri und Johann Hermann Schein sangen das Gotteslob, erzählten von erfüllter Liebe und Liebesschmerz oder erfreuten mit Naturschilderungen.

Den Abschluss machten heitere und äußerst schwungvoll interpretierte Trinklieder, die noch einmal die humorvollen Seiten des Barock, das vorherrschende Thema der diesjährigen "Festlichen Tage Alter Musik", aufgriffen. Die Sängerinnen und Sänger, vom Duett bis zur Fünfstimmigkeit durchweg sehr gefordert, waren mit spürbarer Freude, hoher interpretatorischer Kompetenz und einnehmender, ausgeglichener Stimmschönheit bei der Sache und gaben sowohl den italienischen, als auch den deutschen (spürbar von ihren italienischen Kollegen beeinflussten) Vokalwerken einnehmenden Glanz.

Namentlich die Werke Scheins, oft als "trocken" abgetan, erlebte das begeistert reagierende Publikum, nicht zuletzt durch Max' animierendes Dirigat, nun als musikalische Juwelen.

Quelle: NGZ
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