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Dormagen
Helfer füllen Container mit Altreifen aus dem Rhein

Dormagen. Der wieder gestiegene Wasserstand erschwerte zwar die Arbeit, doch die Helfer konnten eine Menge Unrat bergen. Von Stefan Schneider und Klaus D. Schumilas

Joachim Fischer sprach bescheiden von einem "Teilerfolg", doch für die Umwelt war die Arbeit des Zonser Sauberhaft-Koordinators und der (leider nur kleinen) kleinen Schar seiner Unterstützer von großem Wert. Gestern Vormittag hatten sich die Ehrenamtler daran gemacht, die Müllansammlung am Stürzelberger Rheinufer im Naturschutzgebiet Grind (Höhe Rheinkilometer 724) zu beseitigen, die dort seit Jahren im Schlick liegt. Durch das Niedrigwasser des Stroms waren hunderte Reifen, aber auch Metall und riesige Plastikplanen zutage gekommen. Trotz der schnellen Reaktion der Umweltschützer - zwischen einem Treffen vor Ort und der Reinigung gestern lagen nur wenige Tage - konnte nicht der gesamte Unrat geborgen werden. "Wir haben zwar auch nach dem Müll gefischt, und was wir fischen konnten, haben wir herausgezogen. Aber der Rhein ist inzwischen wieder angestiegen. Deshalb konnten wir nicht alle Gegenstände erreichen", erzählte Joachim Fischer. Als Schwierigkeit erwies sich auch der Sand, der vor allem in den Altreifen sehr fest saß und sich kaum entfernen ließ. Man wolle aber "dranbleiben" und die Säuberung auf jeden Fall bei passender Gelegenheit fortsetzen - "vielleicht beim nächsten Sauberhaft-Tag", kündigte Fischer an.

Eine große Hilfe gestern waren die Landwirte Kallen und Schneider, die mit zwei Traktoren, einer davon mit Gabel, bei der Bergung der Reifen und der anderen Gegenstände halfen. Letztendlich wurde immerhin einer der beiden von der Stadt beim Entsorger EGN besorgten 36-Kubikmeter-Container zu drei Vierteln gefüllt, berichtete Joachim Fischer.

Eine bemerkenswerte "Vorarbeit" hatte Marcel Romp geleistet. Der 33 Jahre alte Dormagener hatte am Samstag den NGZ-Artikel über die Reifen-Müllhalde gelesen und für ihn war sofort klar: "Ich muss helfen. Das ist ja meine Stadt." Über Facebook fragte er nach Mitstreitern, immerhin ein ihm bis dahin Unbekannter zog am Sonntag mit ihm los in den Grind, ausgerüstet mit Spitzhacke und Spaten. Romp ließ dafür sogar eine Stunde mit einem Trainer im Fitnessstudio sausen. Zwei Stunden lang ackerte das Duo am Stromkilometer 724. Romps Erkenntnis: "Was dort alles herumliegt! Wir haben auch die Trommel einer Waschmaschine geborgen und Reifen von einem Truck, die mir bis zur Hüfte gingen." Den Müll schichteten sie auf einen Haufen, damit die Naturschützer ihn gestern bequemer in den Container werfen konnten. Auf Facebook gab es für beide für diese Spontan-Aktion viel Beifall. Einige hatten den Mitmach-Aufruf zu spät gesehen und schrieben, sie wären gerne dabei gewesen.

Quelle: NGZ
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