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Dormagen
Höhere Kirchensteuer-Erträge gehen an den Gemeinden vorbei

Dormagen. Das Erzbistum Köln rechnet nach eigenen Angaben für das Jahr 2015 mit einem Anstieg der Brutto-Kirchensteuer-Erträge um rund fünf Prozent gegenüber 2014. Grund sei die anhaltend stabile Konjunktur bei hoher Beschäftigung und steigenden Lohneinkommen. Ein Aber gibt es auch: Die für die Aufgabenerfüllung verfügbare Kirchensteuer werde nur in geringerem Umfang steigen, denn Verrechnungszahlungen an andere Bistümer und Hebegebühren der Finanzverwaltung reduzierten die Brutto-Erträge um gut ein Viertel von rund 800 auf ca. 590 Mio. Euro pro Jahr. Zudem belasteten wachsende Vorsorgeaufwendungen den Etat. Und mittelfristig muss sich das Erzbistum auch auf die Folgen der demografischen Entwicklung einstellen: Die Zahl der Mitglieder wird weiter sinken. "Es bleibt aber unsere Aufgabe, die frohe Botschaft unermüdlich zu den Menschen zu tragen", sagt der Finanzdirektor des Erzbistums, Hermann J. Schon. Gerade die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zeigten, wie nötig christliches Handeln und christliche Werte für die Gesellschaft sind. "Damit wir dies verlässlich schaffen, planen wir vorausschauend und bilden Reserven für unsere langfristigen Verpflichtungen."

Walter Pesch, Vorsitzender des Katholikenrates im Rhein-Kreis, hielte es zwar für wünschenswert, wenn mehr Geld in den hiesigen Gemeinden ankäme, zumal diese wegen gestiegener Flüchtlings- und weiter sinkender Seelsorgerzahlen "vor großen Herausforderungen" stünden. "Doch man muss auch sehen, dass im Rhein-Kreis denkmalgeschützte Kirchen zu erhalten und Gehälter zahlreicher Mitarbeiter zu bezahlen sind", sagt Pesch. Letztendlich stünden aber nicht die Finanzen im Vordergrund des Gemeindelebens, sondern das Engagement der Gemeindemitglieder.

Rückblickend hat das Erzbistum seit 2000 einen Ertragsrückgang zu verzeichnen. Die Projektion bis 2030 geht von einem Rückgang der Erträge von derzeit rund 580 Mio. Euro auf etwa 490 Mio. Euro aus.

(LH/ssc)
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