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Dormagen
Hohe Nachfrage: Stadt muss Kitas erweitern

Dormagen: Hohe Nachfrage: Stadt muss Kitas erweitern
Die Stadt muss mehr Kindergartenplätze bereitstellen, weil die Nachfrage der Eltern stetig steigt. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Kosten für die Stadt werden bei den Kindertagesstätten weiter steigen. Der Nachfragedruck ist groß, vor allem in Horrem. Von Klaus D. Schumilas

Stadtkämmerin Tanja Gaspers werden die Nachrichten, mit der ihr Kollege, Erster Beigeordneter Robert Krumbein, regelmäßig um die Ecke biegt, wenig begeistern. Denn die verheißen wenig Gutes, vielmehr immer wieder steigende Ausgaben für den Haushalt. Denn die Kosten für die Tagesbetreuung von Kindern werden im nächsten Jahr bereits bei 11,2 Millionen Euro liegen, nach 10,6 Millionen Euro in diesem und 9,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Politik wird daher in den nächsten Jahren eine Diskussion über die Elternbeiträge erreichen, glaubt man im Rathaus.

Die Nachfrage von Eltern lässt die Verantwortlichen aufs Tempo drücken: "Einrichtungen in Delhoven, Straberg und Zons müssen im kommenden Jahr erweitert werden", sagt Krumbein, in dessen Ressort der Jugendbereich fällt. Aber vor allem in Horrem ist die Platzsituation "ganz, ganz eng". Bis November will Krumbein der Politik einen Vorschlag unterbreiten, wie noch zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden können. Die natürlich wiederum noch nachträglich haushaltsrelevant für 2017 werden würden. Dabei könnte die OGS in Rheinfeld als Vorbild für Horrem dienen. Krumbein spricht von einer "Container-Qualität, die sich sehen lassen kann". Daneben gibt es noch eine langfristige Perspektive für das "Suchfeld", wie Krumbein formuliert, von Haberlandstraße bis Rheinfeld.

Ein zusätzlicher Druck wird in den nächsten Jahren durch die Baugebiete Nievenheim IV, Beethovenstraße und das Malerviertel III entstehen. Klar ist: Von dort sind Kinder zu erwarten, die einen Betreuungsplatz haben möchten, möglichst in der Nähe ihres Wohnortes. Genau das aber kann die Verwaltung nicht versprechen, Flexibilität der Eltern sei daher auch notwendig. Eine wichtige Rolle spielt auch der Zuzug von Flüchtlingen. Als Beispiel dient das Welcome-Center, in dem 15 Prozent der Bewohner Kinder im Vorschulalter sind.

Angesichts der Kostensteigerungen in diesem Bereich ist der Wunsch von Eltern oder auch aus politischen Kreisen, die "Kinderbildungskette" komplett kostenfrei zu machen, "unrealistisch bei einer Kommune, die jetzt zum zweiten Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt hat", so der Erste Beigeordnete. Eine Kostendiskussion sieht Krumbein "irgendwann" kommen, weil die Elternachfrage nach einer (kostenintensiven) 45-Stunden-Betreuung steigt. Eine Erhöhung der Elternbeiträge würde die Stadt landesweit nicht in die Schlagzeilen bringen. Eine aktuelle Studie des Steuerzahlerbundes NRW zeigt, dass Dormagen durch alle Kategorien "einen Platz im unteren Drittel" einnimmt. In der Kategorie Einkommen bis 60.000 Euro bezahlen Eltern monatlich 157 Euro für eine 45-Stunden-Betreuung für Unter-Zweijährige - gutes Mittelfeld. Krumbein: "Diese Betreuung ist etwas teurer, weil sie einen höheren Aufwand verlangt." Besonders positiv fällt die Stadt auf, weil sie bis 25.000 Euro Einkommen beitragsfrei stellt. Da ist nur Münster mit 37.000 Euro viel besser.

Quelle: NGZ
 
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