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Dormagen
Hospizbewegung sucht nach Mietsponsoren

Dormagen: Hospizbewegung sucht nach Mietsponsoren
Warben um Sponsoren: Dr. Udo Kratel (l.) und Sabine Köhler (r.). Begeisterten die Konzertgäste: Tom Daun, Jan Leahy, Deirdre Starr und David Leahy. FOTO: lber
Dormagen. Ab Januar ist der Verein in neuen Räumen zu finden. Dort kommt auch das Palliativ-Team Dormagen unter. Konzert am Samstag begeisterte. Von Franziska Gräfe

Der Hospizbewegung Dormagen stehen Veränderungen ins Haus: Nach zehn Jahren im Schümmerhof in Horrem bezieht der Verein zum 1. Januar neue Räume an der Krefelder Straße 23 (NGZ berichtete). "Unser neues Domizil ist barrierefrei und so groß, dass wir auch unsere innerbetrieblichen Fortbildungen dort veranstalten können", schildert die Vorsitzende Sabine Köhler die positiven Auswirkungen des Ortswechsels, der den Verein andererseits vor große Herausforderungen stellt.

"Die Miete dort ist deutlich höher als das, was wir bislang bezahlt haben", erklärt Vorstandsmitglied Dr. Udo Kratel. Ein Teil der Mehrkosten wird dadurch aufgefangen, dass das Palliativ-Team Dormagen - ein Zusammenschluss aus Fachärzten und Pflegekräften mit palliativer Zusatzqualifikation, bisher im Seniorenzentrum Markuskirche ansässig - sich mit einmietet. So werden alle Kräfte zur Begleitung Schwerstkranker und Sterbender in Dormagen auch räumlich unter einem Dach zusammengeführt. Um die zentrale Anlaufstelle in der Innenstadt für die Zukunft zu sichern, sucht die Hospizbewegung jetzt Mietsponsoren (siehe Infokasten). Neu im Team ist ab dem 1. Januar 2017 Annemarie Hein, die als Koordinatorin neben Andrea Pyttlik die Aufgaben der Hospizbewegung organisiert und die ehrenamtlichen Sterbebegleiter betreuen wird.

Hein übernimmt die Stelle von Rita Engel. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Annemarie Hein eine Nachfolgerin gefunden haben", sagt Kratel. Die neue Koordinatorin unterschrieb ihren Vertrag am Samstagabend in der ausverkauften Christuskirche, wo die Hospizbewegung zum Konzert im Rahmen der Reihe "Voices for Hospices" geladen hatte. Die irische Sängerin Deirdre Starr, Kontrabassist David Leahy aus London und der Solinger Tom Daun an der Harfe nahmen das Publikum mit auf eine zauberhafte, mystische musikalische Reise "between the half light", in jene Zeit zwischen Tag und Nacht, in der in der irischen Mythologie Elfen und vielleicht auch die Geister und Seelen der Toten erscheinen. Starrs wunderbare Stimme, kristallklar und zart wie Porzellan, trug die Zuhörer durch ihre wehmütigen Stücke, die oft die typische Geschichte vom armen Jungen, reichen Mädchen und verlorener Liebe erzählen.

Die Melancholie der Künstlerin speist sich nicht nur aus ihren irischen Wurzeln, sondern besonders aus dem Tod ihrer Schwester vor drei Jahren, der sie das Titelstück "Between the half light" widmete. David Leahy ließ seinen Bass wehklagen und seufzen, Tom Daun sorgte mit keltischen und südamerikanischen Stücken an der Harfe für die "cheerful note". Geheimer Star des Konzerts war Leahys Sohn Jan (8), der die Besucher in der "Christchurch" willkommen hieß. "Den Namen werde ich mir merken", schmunzelte Hausherr Pfarrer Frank Picht. Dr. Udo Kratel erinnerte am Samstag auch an Hilde Jendrny und Uschi Quinter, Mitbegründerinnen der Hospizbewegung in Dormagen, die in diesem Jahr verstorben sind: "Wir denken an Euch in ganz besonderer Weise."

Quelle: NGZ
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