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Dormagen
Huhn Vicky mit Familienanschluss

Dormagen: Huhn Vicky mit Familienanschluss
In seinen Kindergarten kann Luca seinen neuen Liebling "Vicky" zwar nicht mitnehmen. Aber am Neuzugang in der Familie Krause hat er viel Freude. FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Mitten durch Delhoven spazierte das unbekannte Huhn. Zum Glück geriet es an die Krauses, eine sehr erfahrene Familie wenn es um Hühner geht. Vor allem Sohn Luca ist begeistert und hat gleich den Namen "Vicky" vergeben. Von Pauline Jenzelewski

Es war ein ungewöhnlicher Anruf, den Tanja Natascha Krause in der vergangenen Woche erhielt. Die junge Frau hatte gerade ihren Sohn Luca in den Kindergarten gebracht hatte. Sie solle doch bitte, hieß es am anderen Ende der Strippe, auf der Rostocker Straße ein herrenloses Huhn einfangen. Als Hühner- und Familienmutter sei sie schließlich genau die richtige Ansprechpartnerin.

"Wir hatten vorher schon acht Hühner, daher habe ich da keine Berührungsängste", sagt Krause (36) Das damals noch namenlose Huhn, das inzwischen "Vicky" heißt, ließ sich allerdings nicht so einfach mitnehmen. "Vicky konnte nur mit einem Milchbrötchen bestochen werden, das hatte ich zufällig dabei", erzählt Krause. Gefressen hatte Vicky bei ihrem Spaziergang durch Dormagen anscheinend schon länger nicht mehr, denn der Hunger war größer als die Angst. Woher Vicky kommt und wie lange sie schon unterwegs war, ist bis heute ungeklärt. "Ich habe daraufhin auf allen möglichen Wegen versucht, herauszufinden, ob jemandem ein Huhn fehlt, aber niemand scheint eins zu vermissen", sagt Tanja Natasche Krause. Im sozialen Netzwerk löste die Suche nach dem Eigentümer von Vicky jedenfalls reichlich heitere Kommentare aus. Dass das Findel-Huhn mit zu den Krauses kam, war ganz nach dem Geschmack von Sohn Luca, der Vierjährige gab Vicky erstmal ihren Namen und erklärte sie zu seinem Huhn.

Die hühnerbegeisterte Familie nahm Vicky ebenso gerne auf wie die anderen Hennen. "Normalerweise kann man nicht einfach ein neues Huhn zu den anderen setzten", erklärt Tanja Natascha Krause. Denn unter Hühnern gibt es eine so genannte Hackordnung, die die Hierarchie im Hühnerstall festlegt. Neue Mitglieder in der Hühnerschar werden normalerweise von den anderen Hennen durch Machtbehauptungen an ihren Platz gewiesen. Anders aber bei Vicky: "Es gab überhaupt keine Probleme, Vicky einzugliedern", sagt Krause. Das offenbar sehr soziale und pflegeleichte Huhn habe sich von Anfang an gut mit ihren Kolleginnen verstanden. Die Familie hält sogar zwei andere von Vickys Art. "Wir vermuten, dass Vicky schon etwas älter ist", sagt Tanja Natascha Krause. Dass Vicky nur etwa alle zwei Tage ein Ei lege, spreche dafür. Mittlerweile ist die braune Henne auch zutraulich geworden und lässt sich streicheln und sogar hoch heben.

Die Hühnerdame hat sich also schon gut eingelebt in Delhoven, nur nachts muss sie noch in den geschützen Stall getragen werden. "Die anderen gehen von selbst rein", sagt Ehemann Christian Krause, der schon immer Hühner haben wollte. Beim Umzug in das Haus in Delhoven, das einen Teil des Hühnerstalls schon eingebaut hatte, konnte der Traum dann verwirklicht werden. "Seit etwa einem Jahr halten wir die Tiere jetzt", sagt Krause. Aber nicht nur die jetzt neun Hühner gehören zur Familie, auch vier Wachteln, zwei Kaninchen und ein Pony sind bei ihnen zu Hause. Also ein Minizoo, bei dem weiterer Zugang offenbar nicht ganz ausgeschlossen ist.

Quelle: NGZ
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