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Dormagen
Hundekontrolleure sind auf Spurensuche

Dormagen. Mitarbeiter der Firma Springer Kommunale Dienste ermitteln derzeit in Dormagen nicht-angemeldete Vierbeiner. Bei begründetem Verdacht, dass sich jemand die Hundesteuer sparen will, wird das Ordnungsamt eingeschaltet. Von Stefan Schneider

Cloppenburg war wohl der Gipfel. 87 Prozent unversteuerte Hunde spürten die Mitarbeiter der Firma Springer Kommunale Dienste im Auftrag von Politik und Verwaltung in der niedersächsischen Stadt einst auf - rekordverdächtig. Mit solchen Ergebnissen rechnet man in Dormagen, wo man das mit Hundebestandsaufnahmen vertraute Unternehmen aus Düren jetzt ebenfalls beauftragt hat, zwar nicht. Wohl aber mit einer nicht unerheblichen Nachzahlung ertappter Hundesteuer-"Schwänzer" in die städtischen Kassen. Und noch bevor die Mitarbeiter von Springer-Projektleiterin Gabi Kulartz am 13. September die ersten Dormagener Straßenzüge abklapperten, stellten sich die ersten finanziellen Erfolge ein: Insgesamt rund 300 Hunde seien nachgemeldet worden, 200 nach der ersten Bekanntmachung, 100 weitere nach der zweiten, berichteten Regina Herbertz aus dem städtischen Fachbereich Vollstreckung und Stadtsprecher Harald Schlimgen auf Anfrage.

Allein die Ankündigung der Kontrollen hatte offenbar viele Halter dazu bewegt, ehrlich zu sein. Obwohl: "Viele haben ihren Hund angeblich erst seit 1. September dieses Jahres", erzählt Herbertz, "da verlangen wir natürlich entsprechende Nachweise." Doch es hätten sich auch Bürger gemeldet, die kleinlaut zugegeben hätten, sie hätten schon seit 2010 einen Hund, ohne diesen jemals angemeldet zu haben.

Wie dem auch sei: Wer die Kommune nachweislich um die Hundesteuer geprellt hat, muss nachzahlen. Der Gesetzgeber gibt den Städten auch die Möglichkeit an die Hand, schmerzlich hohe Bußgelder zu verhängen. Wobei es Dormagen nicht darum gehe, seine Bürger zu drangsalieren. Man habe sich aber aus Gründen der Gerechtigkeit und im Interesse aller ehrlichen Steuerzahler zu der Maßnahme entschlossen, hatte Stadtkämmerin Tanja Gaspers betont.

Den Befugnissen für die Mitarbeiter der Firma Springer Kommunale Dienste seien "enge Grenzen im Rahmen des Datenschutzes" gesetzt, erläuterte gestern Harald Schlimgen. Sie hätten lediglich Listen mit Straßennamen und Hausnummern bekommen, die Namen der Bewohner müssten sie selber eintragen. An den Häusern dürften sie klingeln und nach dem Vorhandensein von Hunden fragen; Zutritt zu Haus oder Wohnung dürften sie sich nicht verschaffen und diesen auch nicht verlangen. Alle Angaben der Bewohner seien freiwillig.

Allerdings: Wer keine Angaben macht oder den begründeten Verdacht auf Haltung eines nicht-angemeldeten Hundes erweckt, muss mit einem Besuch des Ordnungsamtes rechnen. Und das hat mehr Rechte als die Firma Springer, ebenso die Steuerfahndung. Meistens reichten nach der Kontrolle indes schon Anschreiben mit der Bitte um wahrheitsgemäße Angaben, damit Steuersünder einknickten und ihr Tier doch nachmeldeten.

Die Antworten der Befragten jedenfalls werden von Springer laut Regina Herbertz übers Internet an die Stadt übermittelt, die die Angaben dann mit den ihr vorliegenden Informationen über Hundesteuerzahlung vergleicht. Für die Kontrollen haben Stadtverwaltung und Firma Springer etwa drei Monate Zeit veranschlagt. Mitte Dezember sollen sie erledigt sein.

Quelle: NGZ
 
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