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Pfarrer Monsignore Franz Josef Freericks
"Ich sehe die Zukunft mit Zuversicht"

Dormagen. Seit 26 Jahren ist Freericks Pfarrer in Rommerskirchen. Am Sonntag kommender Woche findet seine Abschiedsfeier statt.

Haben Sie schon die Koffer gepackt?

Franz Josef Freericks Nein, dafür ist es auch noch viel zu früh. Meine Dienstzeit geht ja offiziell noch bis zum 30. September. Aber weil nach den Sommerferien im August und September noch viele Schützenfeste stattfinden, haben wir als Termin für die Abschiedsfeier den 9. Juli gewählt - ein schützenfestfreier Sonntag in Rommerskirchen.

Wo geht es dann hin?

Freericks Ich ziehe nach Bergheim und werde dort als Subsidiar aushelfen. Ich komme ja aus dem Rhein-Erft-Kreis, liebe die ländliche Struktur, aber auch die Nähe zur Metropole Köln und natürlich den Dialekt.

Was macht ein Pfarrer im Ruhestand?

Freericks Lesen, alles quer durch den Gemüsegarten. Ich freue mich darauf, auch mal wieder theologische Bücher lesen zu können, für die man etwas Ruhe braucht. Ich mag auch Krimis und moderne Literatur. Reisen wird sicher auch eine Rolle spielen. Ich habe Freunde in Australien, die ich gerne mal wieder besuchen würde. Und ich will wieder öfter ins Theater gehen. Das findet ja eher in den Abendstunden statt und ist mit den Arbeitszeiten eines Pfarrers meist nicht so kompatibel.

Was bleibt Ihnen aus Rommerskirchen am lebhaftesten in Erinnerung?

Freericks Ganz viele Begegnungen mit Menschen, und ganz viele Menschen, die die Arbeit in den Gemeinden mitgetragen haben und weiter unterstützen. Vor allem aber der Weltjugendtag 2005. Das war in der Vorbereitung noch ein kleiner Kreis. Als es dann akut wurde, waren plötzlich viele Helfer zur Stelle. Es war beeindruckend, dieses Engagement der Leute mitzuerleben. Und dann noch die Gemeinschaft bei den diversen Pilgerfahrten.

Gab es auch sehr traurige Momente?

Freericks Sicher eine Reihe von Beerdigungen. Gut erinnern kann ich mich an die des damaligen Brandmeisters Hubert Schumacher Ende der 1990er Jahre. Er starb bei einem Feuerwehrtreffen in Slowenien.

Was hätten Sie noch gerne in Rommerskirchen verwirklicht?

Freericks Ich wollte immer gerne St.-Georgs-Pfadfinder hier haben, aber das hat sich leider nie ergeben. Und ich hätte gerne einen Kreis von Taufbegleitern gegründet - Menschen, die Eltern bei der Vorbereitung auf die Taufe ihres Kindes helfen. Das hat noch nicht geklappt. Vielleicht ist dann jetzt der größere Seelsorgebereich die Ebene, auf der so etwas stattfinden kann.

Wie glauben Sie wird Ihre Gemeinde in 25 Jahren aussehen?

Freericks Wichtig ist, dass sich um die Kirchtürme herum Leute verantwortlich fühlen und handeln, ihren Glauben leben und begeisterte Christen sind. Die Zahl der Gemeindemitglieder wird nicht riesig wachsen, aber die Zahl der Engagierten wird hoffentlich auch nicht schrumpfen. Ich sehe die Zukunft mit Zuversicht. Das Experiment, das wir hier fahren mit vier Seelsorgebereichen unter einem einzigen leitenden Pfarrer, macht zweierlei möglich: Erstens sind viele Seelsorger für die Menschen als Ansprechpartner in unterschiedlichen Funktionen greifbar. Und zweitens kann sich Leben um die Kirchtürme entwickeln. Ich finde das Konzept von Pfarrer Schirpenbach zukunftsfähig, der sehr deutlich gesagt hat, ihm liege überhaupt nicht an Fusion, sondern an der Weiterentwicklung des Lebens um die Gemeinden herum. Verwaltungsmäßig kann man ja vieles zusammenführen, aber lebensmäßig brauchen die Menschen den Raum, wo sie sich zu Hause fühlen.

B. ROSENBAUM STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
 
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