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Dormagen
Immer weniger Blutspender in Hackenbroich

Dormagen. Die Gesamt-Spendenzahl in Dormagen ist von 1965 auf 2084 gestiegen; der DRK-Ortsverein hat dennoch Sorgen. Von Stefan Schneider

Auf den ersten Blick liest sich die Blutspendestatistik für Dormagen, die Renate Mauth vom Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gerade neu erstellt hat, positiv. Denn die Spendenzahl in der Chemiestadt ist in 2015 gegenüber 2014 gestiegen - von 1965 auf 2084, was ein Plus von 119 ausmacht. Mauths Bilanz fällt trotzdem nicht rosig aus. Denn es gibt Probleme, die die vergleichsweise gute Gesamtzahl trüben.

Im Kern geht es um die Perspektiven der DRK-Blutspendeaktionen. "Die Jugend fehlt uns an allen Ecken und Enden", erklärt Mauth. Und DRK-Vorsitzender Bruno Grimbach ergänzt: "Die Alterspyramide der Spender steht auf dem Kopf." Heißt: Die ganz große Mehrheit der treuen Spender gehört der älteren Generation an. Doch es sei ausgesprochen schwierig, jüngere Menschen dazu zu bewegen, sich den Lebenssaft abzapfen zu lassen. "Die Jüngeren wollen entweder Geld oder sie haben Angst vor der Nadel beim Blutabnehmen", sagt Renate Mauth. Bei den Ehrenamtlern, die bei den Blutspendeaktionen helfen, würden im Übrigen auch dringend frische Kräfte gebraucht. Interessenten können sich direkt an Mauth wenden (02133 44966).

Eine weitere "Baustelle" ist laut DRK Dormagen der Ortsteil Hackenbroich. Die Spenderzahlen gehen dort immer weiter zurück, zuletzt von 163 im Jahr 2014 auf 148 im Jahr 2015. Renate Mauth glaubt, dass sich der Umzug vom Bürgerhaus Hackenbroich in die Alte Schule nachteilig ausgewirkt hat. Das Bürgerhaus sei einfach zentraler gelegen und gerade für Ältere besser zu erreichen gewesen. Ob die Blutspendeaktionen künftig im Pfarrsaal von St. Katharina stattfinden können, steht in den Sternen. In diesem Jahr werde die Zahl der Blutspendetermine in Hackenbroich wegen der schlechten Resonanz jedenfalls von vier auf zwei reduziert, berichtet Mauth. Und auch von den beiden Sonderterminen im Chempark und bei der Nievenheimer Feuerwehr bleibt 2016 nur der im Werk.

Besser steht es um die Spenderzahlen an den übrigen Standorten. Top läuft es besonders im Bürgerhaus Horrem: Dort wurden im vergangenen Jahr 1247 Menschen zur Ader gelassen (2014: 1209). Auf Platz zwei bei der Resonanz liegt die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Nievenheim (343/249), gefolgt vom Hit-Markt in Top-West (190/207). Bei den Sonderterminen wurden 2015 im Chempark 84 Spender verzeichnet (2014: 69), bei der Feuerwehr in Nievenheim waren es 72 (im Jahr davor 68).

Quelle: NGZ
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