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Wohnen in Dormagen
In Dormagen mangelt es an Eigenheimen

Wohnen in Dormagen: In Dormagen mangelt es an Eigenheimen
Kaufinteressenten für Häuser und Eigentumswohnungen bei Laufenberg Immobilien mit Stand April, sortiert nach Stadtteilen. Hinter Horrem folgen noch Hackenbroich mit 51 und Gohr mit 19 Interessenten. FOTO: Brinke, Grafik: van der Pütten
Dormagen. Kaufinteressenten gibt es genug - auch wegen der günstigen Lage der Stadt zwischen den Metropolen Düsseldorf und Köln. Doch das Angebot ist zu gering. 2015 wurden zehn Prozent weniger Häuser und Wohnungen verkauft als 2014. Von Klaus D. Schumilas

Die Immobilienbranche boomt. Das anhaltend niedrige Zinsniveau veranlasst immer mehr Menschen, Eigentum zu erwerben. Aber in Dormagen wurden im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Häuser und Wohnungen verkauft als noch im Jahr zuvor. Wie passt das zusammen? Der Grund liegt in einem zu geringen Angebot bei steigenden Preisen. Ein Beispiel aus der Praxis: Der Dormagener Immobilienmakler Alfred Laufenberg hat aktuell über 1300 Kaufinteressenten in seiner Kartei, kann aber mangels Angebot keinen mit seinem Wunschstandort bedienen.

Weil Dormagen günstig zwischen den Metropolen Düsseldorf und Köln liegt und von dort Wohnungsinteressenten hierhin kommen, bewegen sich auch die Preise. So kletterten sie im vergangenen Jahr für Wohneigentum um vier bis sechs Prozent. Der aktuelle Bericht des Gutachterausschusses des Rhein-Kreises (ohne die Stadt Neuss, die einen eigenen Ausschuss hat), der regelmäßig einen Grundstücksmarktbericht erstellt, weist für das vergangene Jahr lediglich 19 Häuser aus, die individuell gebaut wurden. Zum Vergleich: In Grevenbroich waren es in der Zeit 50. "Viele warten sehnsüchtig auf das Baugebiet Nievenheim IV", sagt Laufenberg. In diesem Ortsteil liegt der Bodenrichtwert zwischen 270 und 300 Euro pro Quadratmeter. Ob die Stadt diese Grundstücke aufgrund der hohen Nachfrage zu deutlich höheren Preisen als dem Bodenrichtwert anbieten wird, ist offen.

Im Jahre 2015 wurden dem Gutachterausschuss insgesamt 3073 Verträge über den Verkauf von Grundstücken und Wohnungs- und Teileigentum übersandt (2014: 3828). Davon wurden 18 Prozent (549 Verträge) in Dormagen abgeschlossen, womit sich Dormagen auf einem Level wie Grevenbroich bewegt, wo die Zahl des verkauften Eigentums sich um 33 Prozent verringerte.

Wenn es um beliebte Ortsteile geht, dann muss unterschieden werden: Senioren suchen, so sagt Immobilienexperte Laufenberg, vor allem stufenfrei erreichbare Wohnungen in der Stadtmitte und in Rheinfeld. "Viele junge Familien aus Düsseldorf zieht es nach Nievenheim und Delrath - hier ist die S-Bahn ein starkes Argument." Naturliebhaber interessieren sich wegen des Rheins für Zons, Stürzelberg und die östlichen Wohngebiete von Rheinfeld. Aber auch der Tannenbusch und das Areal Kloster Knechtsteden in Delhoven zieht Liebhaber an. Das Walddorf Straberg hat es schwieriger, weil dort ein Nahversorger fehlt. Dagegen wird der Standort Gohr zunehmend attraktiver, seitdem die Pumpenlösung für das Grundwasserproblem steht.

Im Mietbereich gibt es fast keinen Leerstand im Stadtgebiet. Im Mittel werden 7,22 Euro pro Quadratmeter erzielt. Wohnungen in guter Lage und Ausstattung erzielen 8,50 Euro Kaltmiete, im Neubaubereich werden knapp zehn Euro erreicht. Die Nebenkosten sind wegen zuletzt günstigeren Gas- und Ölkosten etwas gefallen, man muss im Mittel mit 2,20 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Quelle: NGZ
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