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Dormagen
"In Dormagen scheint Sprachförderung zu greifen"

Dormagen. In der gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfeausschuss und Schulausschuss stellte Barbara Albrecht vom Jugendärztlicher Dienst des Rhein-Kreises Neuss die Dormagener Zahlen der so genannten Schuleingangsuntersuchung in Relation zu Vorjahren und dem gesamten Rhein-Kreis vor. Dabei kam sie zu dem erfreulichen Schluss für die Chemiestadt: "In Dormagen scheint die Sprachförderung zu greifen."

Von den 4002 kreisweit untersuchten i-Dötzchen stammen 542 aus Dormagen. Dass kreisweit fast jeder dritte Schulneuling, der auf körperliche und geistige Fähigkeiten untersucht wird, Sprachauffälligkeiten zeigt, müsse individuell bei jedem Kind einzeln betrachtet werden, so Barbara Albrecht: Darunter falle zum Beispiel sowohl die rheinische "Überkompensation", indem die Kinder "sch" wie "ch" aussprechen, als auch das Unvermögen, überhaupt ganze Sätze bilden zu können. Da komme es darauf an, ob "die Störung noch altersgerecht ist oder bereits therapiebedürftig", sagte die Ärztin. Liegt die Quote der Sprachauffälligkeiten kreisweit bei 28,7 Prozent, beträgt sie in Dormagen 29,9. Dort bleibt sie zwar konstant hoch, steigt aber nicht wie anderswo überproportional an, für Albrecht ein Beweis, dass die Förderung Früchte trage.

Seit 2003 wird "prokita", ein Programm zur frühen Diagnostik und Förderung in Kitas - in Dormagen in elf Einrichtungen - angewandt. 2014 war ein Drittel aller Schulneulinge zwei Jahre zuvor in ihrer Kita mit "prokita", inklusive Seh- und Hörtest, untersucht worden. "Das ist früh genug, um Eltern Tipps zu geben, damit sie ihre Kinder unterstützen können", meinte Albrecht. Ihre Anregung: "Unternehmen Sie etwas gegen die Sprachlosigkeit, sitzen Sie gemeinsam am Tisch, reden Sie miteinander und schauen Sie nicht nur auf Smartphone oder andere Bildschirme."

(cw-)
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