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Dormagen
Ineos baut eine neue Gas- und Dampfanlage

Dormagen: Ineos baut eine neue Gas- und Dampfanlage
Bei Ineos wird Tag und Nacht sehr viel Strom benötigt. Die neue Gas- und Dampfanlage spart nach Unternehmensangaben jährlich soviel Kohlendioxid, wie 200.000 Mittelklassewagen ausstoßen. FOTO: Ineos
Dormagen. Das Petrochemie-Unternehmen will mit dem Projekt seine Energieversorgung zukunftssicher machen. Spatenstich mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Von Stefan Schneider

Es wird konkret mit der neuen Gas- und Dampfanlage zur Stromerzeugung beim Petrochemie-Unternehmen Ineos: Nach mehrjähriger Planung erfolgt am kommenden Dienstagnachmittag der erste Spatenstich zu der Anlage, die möglichst bis 2019 in Betrieb gehen soll. Als Ehrengast beim Bauauftakt wird der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart erwartet.

Die Umsetzung des Großprojektes nimmt bei Ineos einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen will damit seine Energieversorgung für die Zukunft sichern. Am Standort betreibt Ineos zwar bereits ein eigenes Industriekraftwerk, in dem Reststoffe aus der Produktion thermisch verwertet werden. Diese deckt die Stromversorgung im Werk aber nur zu ungefähr einem Drittel. Die Gas- und Dampfanlage soll als Ergänzung dienen. Und die ist außerordentlich modern und effizient: Laut Ineos spart der Strom aus der Gas- und Dampfanlage "verglichen mit dem durchschnittlichen Strommix in Deutschland aus Kohle, Erdgas, Kernenergie und erneuerbaren Energien bis zu 400.000 Tonnen Kohlendioxid" (CO2). "Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von bis zu 200.000 Mittelklassewagen in Deutschland", teilt das Unternehmen mit.

Beim neuen Kraftwerk werde eine Gasturbine zur Stromerzeugung einem Abhitzekessel vorgeschaltet. Die entstehende Abwärme werde dem Kessel zugeführt, wo mit Zusatzfeuerung Dampf erzeugt werde. Der Dampf werde sowohl über eine Dampfturbine zur Stromerzeugung eingesetzt, als auch über Entnahmen in die Prozessnetze abgegeben. Das Konzept der Gas- und Dampfanlage sehe vor, dass das Kraftwerk sowohl mit als auch ohne Gasturbine betrieben werden könne.

Ineos legt Wert auf den Hinweis, dass für den Betrieb der Anlage ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet worden sei. Und: Vor der Planung sei ein Umweltverträglichkeitsgutachten in Auftrag gegeben worden. "Dieses bescheinigt die Unbedenklichkeit der Anlage für Mensch, Tier, Luft und Umwelt während der Bau- und Betriebsphase", schreibt Ineos auf seinen Internetseiten. Es werde auch keine nennenswerten Belästigungen der Allgemeinheit durch Lärm, Licht oder Geruch geben: "Schalltechnisch wird die Anlage so ausgelegt, dass die durch sie verursachten Geräuschimmissionen die Richtwerte jederzeit um mindestens 15 Dezibel unterschreiten." Optisch besteht die Anlage aus einem Kessel, der etwa 71 Meter hoch ist, und aus dem Kamin der zugehörigen Gasturbine mit einer Höhe von 77 Metern. Die Anlage wird auch von außerhalb des Werksgeländes sichtbar sein.

In Abstimmung mit der Werkfeuerwehr werden in der Gas- und Dampfanlage Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen installiert. "Hier sind insbesondere die CO2-Löschanlage für die Brenner und Brennkammern der Gasturbine, die Wandhydranten im Maschinenhaus, die trockenen Steigleitungen im Dampfkesselbereich sowie die Brandmeldeanlage im Maschinenhaus zu erwähnen", hebt Ineos hervor.

Quelle: NGZ
 
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