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Dormagen
Initiative will Zusage für grüneres Delrath

Dormagen: Initiative will Zusage für grüneres Delrath
Bis zu 135 Bäume müssen am Sportplatz des SSV Delrath für den neuen Kunstrasen weichen. Der Verein bedauert das, hat aber wohl keine andere Wahl. Bürger wünschen sich von der Stadt Ersatz- und Ergänzungspflanzungen im Ort. Foto: A. Tinter FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Andrea Johann von der Bürger-Initiative Lebenswertes Delrath (B.I.L.D.) hat im Planungs- und Umweltausschuss die Forderung nach Pflanzungen für den Stadtteil erneuert. Immer mehr Grün falle weg und werde nicht vor Ort ersetzt. Von Stefan Schneider

Im Dormagener Ortsteil Delrath schwindet die Geduld. Zumindest bei denjenigen, die sich mehr Bäume und überhaupt mehr Grün für ihr Dorf wünschen. Wie die Bürger-Initiative Lebenswertes Delrath (B.I.L.D.). Andrea Johann erneuerte in der jüngsten Sitzung des Dormagener Planungs- und Umweltausschusses die B.I.L.D.-Forderung, die Natur in Delrath endlich zu fördern. Johanns Mitstreiter Peter Jacobs unterstützte gestern im Gespräch mit unserer Redaktion den Vorstoß. "In Delrath verschwindet immer mehr Grün. In anderen Stadtteilen werden Grünflächen und Grünzüge ergänzt. Bei uns werden beseitigte Bäume und Sträucher nicht mal ersetzt."

Dabei seien Pflanzungen gerade für Delrath sinnvoll, betont Jacobs. Schon allein aufgrund der Lage und der Infrastruktur: "Wenn die Silbersee-Pläne verwirklicht werden, kommen wir auf mehr als 100 Hektar Industrie- und Gewerbefläche." Ein Ausgleich, zum Beispiel in Form eines Grünstreifens in nördliche Richtung, sei deshalb sowohl wünschenswert, als auch erforderlich. Völlig unverständlich findet es Jacobs, wenn Ausgleichsmaßnahmen für den Wegfall von Delrather Grün auf dem Gebiet von Nachbarstädten wie Neuss erfolgten.

Andrea Johann hatte angesichts der befürchteten Eingriffe in die Natur beim geplanten Anschluss Delrath an die Autobahn 57 ihr Anliegen im Ausschuss vorgetragen, dort war ihr von Bürgermeister Erik Lierenfeld eine schriftliche Stellungnahme zugesagt worden. "Daran wird derzeit hausintern gearbeitet", sagte Stadtsprecher Harald Schlimgen gestern. "Wir haben ein Interesse daran, das zeitnah zu beantworten." Details nannte er mit Verweis darauf, zuerst Johann und die B.I.L.D. informierten zu wollen, noch nicht.

Dass die Delrather Bürgerinitiative aufs Tempo drückt, hat auch damit zu tun, dass sie schon vor knapp anderthalb Jahren beim Stadtteilgespräch in ihrem Ort gefordert hatte, dass Ausgleichsflächen für große Bau-Maßnahmen "in Delrath und nicht woanders" geschaffen werden sollten.

Aktuell wird der Baumbestand im Ort indes gerade weiter reduziert - notgedrungen. "Uns tut das auch leid, denn im Sommer stand man als Zuschauer bisher auf der einen Seite unseres Platzes schön im Schatten", sagt Olaf Temp, Vorsitzender des SSV Delrath, zur Fällung von bis zu 135 Bäumen, die am Sportplatz weichen müssen. "Das Laub würde sich nicht mit dem künftigen Kunstrasenbelag vertragen", erläutert Temp. Neben der Rutschgefahr für die Spieler drohten auch Schäden fürs Spielfeld, weil sich Blätter in die Faser-Matten setzen könnten. Peter Jacobs von B.I.L.D. stellt die Notwendigkeit der Baumfällungen am Sportplatz auch gar nicht in Frage. Doch die Kommune müsse Ersatz pflanzen. Zumal beim geplanten Ausbau der Autobahn 57 ja weiteres Grün bei Delrath verschwinden werde. Auch auf eine Aufforstung im Landschaftsschutzgebiet "Zerrenger Büschchen", das vor rund einem Jahr ausgedünnt worden war, warte man bislang vergeblich, erinnert Peter Jacobs.

Quelle: NGZ
 
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