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Dormagen
"Interkulturelle Öffnung" der Verwaltung braucht Zeit

Dormagen. Personelle Hürden verzögern das vor Jahren in die Wege geleitete Verfahren. Fortbildung von Führungskräften stockt. Von Stefan Schneider

Mehr Menschen mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst beschäftigen und Ausländern den Zugang zu Dienstleistungen der Verwaltung erleichtern: Das sind zwei wesentliche Ziele der sogenannten "Interkulturellen Öffnung der Verwaltung" in Dormagen. Doch das Verfahren geht längst nicht so zügig voran, wie sich das wohl besonders die Mitglieder des Integrationsrates wünschen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich.

Vor der Zusammenkunft hatten die Mitglieder der Liste der Einheit um den Integrationsratsvorsitzenden Mehmet Güneysu die Stadtverwaltung gebeten, zu dem Thema eine Reihe von Fragen zu beantworten. Schließlich sei es durch die neue Zuwanderung besonders wichtig, an der Interkulturellen Öffnung der Verwaltung festzuhalten. In der Sitzung übernahm Volker Lewerenz vom Fachbereich Integration die geforderte Stellungnahme. Im Zusammenhang mit der angestrebten Umsetzung der bereits im Jahr 2012 beschlossenen Leitziele gebe es Schwierigkeiten, machte Lewerenz deutlich. Zwar stünden seit 2014 Mittel zur Finanzierung interkultureller Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte bereit und im September 2015 habe auch ein erstes Seminar dazu stattgefunden. "Aber dann ist die Dozentin schwer erkrankt", begründete Lewerenz, die seitdem andauernde Unterbrechung der Fortbildungsmaßnahme. Die Seminare sollen aber fortgesetzt werden.

Aufschlussreich für die Anliegen des Integrationsrates waren einige Zahlen, die Lewerenz darüber hinaus in der Sitzung bekannt gab. Von den 899 Beschäftigten bei der Stadtverwaltung (einschließlich Eigenbetrieb) haben immerhin 190 Menschen einen Migrationshintergrund. Aus dieser Gruppe arbeiten 85 in der Gebäudereinigung. Einen Auszubildenden mit Migrationshintergrund gibt es aktuell bei der Dormagener Stadtverwaltung nicht.

Ebenfalls wenig erfreulich ist in Dormagen die lange Wartezeit auf Plätze in Deutschkursen. Migranten müssten sich nicht selten mehrere Monate lang gedulden, bis sie damit starten könnten, teilte Lewerenz mit. Die Nachfrage sei groß. Aktuell gebe es 751 Interessenten für "Deutsch als Fremdsprache". Davon seien 308 Männer und 443 Frauen.

Quelle: NGZ
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