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Dormagen
Jugendliche hat Entführung an der Bushaltestelle erfunden

Dormagen. Die mysteriöse Entführung einer Jugendlichen aus Dormagen, die angegeben hatte, von einem Unbekannten ins Auto gezerrt und nahe Zons an einen Schildermast gefesselt worden zu sein, hat es nicht gegeben. Ebenso wenig den Mann mit den langen, schwarzen Haaren, der als Täter beschrieben worden war. Das vermeintliche Opfer habe zugegeben, die Geschichte erfunden zu haben, teilte die Polizei gestern mit. Was das Mädchen zu seiner Lüge veranlasst hatte, ist noch nicht abschließend geklärt. "Es gibt noch weiteren Vernehmungsbedarf", sagte Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Von Stefan Schneider

Er ließ durchblicken, dass hinter dem Fall persönliche Probleme der Jugendlichen stecken könnten. Ihr sei deshalb eine psychologische Begleitung angeboten worden. "Wir wollen schauen, wie wir ihr helfen können", sagte Arnold. Nichtsdestotrotz erwartet die junge Frau nun eine Anzeige wegen Vortäuschung einer Straftat, kündigte die Polizei an.

Aufgeflogen sei das Ganze durch Aussagen verschiedener Zeugen und durch Ungereimtheiten, in die sich die Jugendliche bei ihren Anhörungen verstrickt habe. Der Knackpunkt war wohl gewesen, dass sie eine Freundin kontaktiert und um Hilfe gebeten, aber nicht damit gerechnet hatte, dass diese die Polizei alarmieren würde. Bei den Ermittlungen kam dann heraus, wie sich die Geschichte wirklich abgespielt hatte: Der Jugendlichen war im Bus schlecht geworden, woraufhin sie an der Haberlandstraße ausgestiegen war. Ein Autofahrer hatte sie gefragt, ob sie Hilfe brauche. Das hatte die junge Frau verneint, so dass der Autofahrer weitergefahren sei. "Doch das Mädchen spann die Situation in Gedanken weiter und inszenierte die ausgedachte Entführung", stellte die Polizei fest. Es habe sich selbst an dem Pfahl an der Aldenhovenstraße festgebunden.

Die vorgetäuschte Straftat sei auch in Dormagen kein Einzelfall, informierte Arnold. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres habe es fünf solcher Delikte gegeben, im selben Zeitraum des Vorjahres seien es ebenfalls fünf gewesen. Unter anderen hatten eine 17-Jährige und ein 50-Jähriger Raubüberfälle erfunden. Die 17-Jährige hatte behauptet, von zwei Frauen an der Bahnunterführung Zonser Straße mit einer Glasscherbe bedroht und verletzt worden zu sein.

Quelle: NGZ
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