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Dormagen
"Jung-Designer" gestalten Stoffe im Museum

Dormagen. Im Rahmen des Projekts "Kulturrucksack" kreierten die Teilnehmerinnen Muster für Stofftaschen. Von Vera Straub-Roeben

Die Ausstellung "Der andere Blick" wirft einen Blick auf ein altes japanisches Handwerk und dessen Auswirkungen auf das zeitgenössische europäische Design: "Katagami" sind Färbeschablonen aus hochwertigem Papier, in das Ornamente von Hand geschnitten oder gestanzt werden. Passend dazu und im Rahmen des Projekts "Kulturrucksack" hatten Kinder und Jugendliche von zehn bis 14 Jahren jetzt die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und Stoffe zu designen. Zunächst besuchte Anna Karina Hahn vom Kreismuseum Zons mit den acht Teilnehmerinnen die laufende Ausstellung und erarbeitete mit ihnen die verschiedenen Möglichkeiten des Stoffdesigns und ihre Umsetzung.

Dann ging es an die Praxis: Ausgestattet mit speziell beschichtetem Papier und Cutter machten sich die jungen Designer ans Werk. "Wir schneiden mit dem Cutter aus dem festen Papier Schablonen aus", erklärte Anna Karina Hahn. "Mit Stoffmalfarbe bringen wir sie dann auf die Textilien auf." Lale Bussmann wagte sich gleich an ein besonderes Kunstwerk: Mit viel Geduld und viel Fingerfertigkeit schnitt die 13-Jährige das filigrane Motiv, das auch auf der Ausstellungseinladung zu finden ist, aus. Das dauerte eine ganze Weile. Mit blauer Farbe und einigen Wiederholungen, bei denen sie die Schablone mehrmals nebeneinander anlegte, entstand ein kunstvolles Muster auf der Stofftasche. "Meine Mutter ist Lehrerin und hat den Flyer mit den Workshop-Ankündigungen mitgebracht. Das haben meine Freundin und ich gesehen und uns sofort angemeldet. Ich bastel und male sehr gerne, zu Hause habe ich eine Staffelei, an der ich viele Acrylbilder mache", erzählte Lale. "Man sieht, dass die Mädchen mit ihren Ergebnissen schon ziemlich weit sind und Spaß an der Umsetzung haben", sagte auch Hahn. Lales Freundin hingegen verewigte ihre Lieblingstiere auf ihrer Stofftasche: Pferde. Mit brauner Farbe malte sie die gelungene Schablone aus.

Ihr gegenüber saß Celine Taskin. Die 13-Jährige hat schon viel von der Welt gesehen, unter anderem war sie in Brüssel, London, Paris oder in ihrer Lieblingsstadt Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens. Besonders angelockt habe sie der Titel des Workshops: "Designer gesucht". Der kreative Teenager liebt es, Sachen zu entwerfen. "Zu Hause zeichne ich mehr, auch in Richtung Modedesign", sagt sie. "Ich kann mir auch vorstellen, das später beruflich zu machen." "

Am Ende des Workshops baumelten die gesammelten Werke zum Trocknen an einer quer durch den Raum gespannten Schnur: Florale Muster, die Pferde, Katagami und Schriftzüge. "Ich finde es schön, wie viele Gedanken sich die Mädchen über Farben und Design gemacht haben. Es sind wirklich tolle Kunstwerke entstanden", lobte Hahn.

Quelle: NGZ
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