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Dormagen
Junge Organisten begeistern in St. Pankratius

Dormagen. Erstmals in der mittlerweile traditionsreichen Konzertreihe "Im Schatten von St. Pankratius" in der Nievenheimer Pfarrkirche hatte der Förderverein junge Künstler zum Konzert eingeladen. Dabei der Dormagener Gregor Loers (21), der zusammen mit Kantor Bert Schmitz die Vorbereitungen getroffen hatte. Mit ihm spielten in einem zur Wiederholung anempfohlenen Konzert Andie Ruster (19) aus Bad Münstereifel und Christoph Sötsch (22) aus Bonn.

Alle drei haben Anfang des Jahres ihr Examen in der C-Ausbildung gemacht, das zum nebenberuflichen Kirchenmusiker in allen Bereichen (Orgelspiel, Chorleitung, Gesang) befähigt. Die zweijährige Ausbildung mussten sie quasi nebenbei absolvieren, denn Andie Ruster studiert in Bonn Latein und Deutsch, Christoph Sötsch Theologie. Lediglich Gregor Loers hat sich auch hauptberuflich für die Kirchenmusik entschieden und studiert das Fach an der Musikhochschule Köln.

Das "Konzert Junger Künstler" ließ von Beginn an aufhorchen, denn der Ausbildungsstand nach der C-Prüfung ist enorm. Christoph Sötsch begann mit Johann Sebastian Bachs "Präludium und Fuge D-Dur" (BWV 532), selbstbewusst zum "Organo pleno" registriert und sicher bis zum virtuosen Pedalsolo am Ende der Fuge. Er sorgte auch mit der Meditation über das Abendmahl "Le banquet céleste" von Olivier Messiaen für mystische Prägung, auch wenn das Staccato-Solo im Pedal zu scharf markiert war, und für einen fulminanten Abschluss mit dem Finale aus der "1. Orgelsymphonie" von Louis Vierne.

Gregor Loers spielte ebenfalls Bach, die "Fantasie und Fuge c-Moll" (BWV 537), abgeklärt ruhig die Fantasie, lebhaft flüssig die Fuge, und krönte sein Spiel mit einer meist zwei- bis dreistimmigen Improvisation zur Bach-Fantasie.

Andie Rust bevorzugte zunächst die leisen Töne, in einem sehr verhalten registrierten Choralvorspiel von Gottfried August Homilius und der "Sonate F-Dur" des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel mit apart registrierten Echowirkungen. Seine Improvisation zum Fronleichnamshymnus "Pange lingua gloriosi" entfaltete sich von der in wandernden Akkorden versteckten Melodie zu einem klanglich großen Orgelstück.

Sehr schön war auch, dass die drei jungen Organisten jeweils kurze prägnante Einführungen zu den von ihren Kollegen gespielten Werken gaben.

(Nima)
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