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Dormagen
Katholikin und Moslem heiraten in Israel

Dormagen: Katholikin und Moslem heiraten in Israel
Mahmut und Diana Illeez blicken vor ihrer Hochzeit auf den See Genezareth und in ihre gemeinsame Zukunft. In Tabgha heirateten sie kirchlich. FOTO: Carina Wernig
Dormagen. Pfarrer Peter Stelten traute die Dormagener Diana und Mahmut Illeez am See Genezareth - auf der Pilgerreise von St. Michael ins Heilige Land. Das Brautpaar steht für Toleranz. Der Spruch in den Eheringen lautet: "Liebe besiegt alles". Von Carina Wernig

Genezareth Tagsüber hatte es stark geregnet, doch als das Brautpaar in Tabgha zum Altar am See Genezareth schritt, strahlte die Nachmittagssonne mit den Dormagenern, den Mit-Pilgern und Pfarrer Peter Stelten um die Wette. Denn die beiden seit August 2016 bereits standesamtlich in Dormagen vermählten Diana und Mahmut Illeez heirateten nun kirchlich während der elftägigen Pilgerreise der Pfarre St. Michael ins Heilige Land. "Das war ein bewegender Moment", sagt Diana Ileez (37), geborene Seiler. Ihr Mann Mahmut (36) schwärmt von der berührenden Trauung: "Das ging ans Herz."

Es war nicht nur ein außergewöhnlicher Ort, sondern auch eine ganz besondere Hochzeit: Denn eine Katholikin heiratete einen Moslem in katholischer Messe. Der im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus geborene Mahmut Illeez, der Deutscher ist, ist nicht konvertiert, wie er betont: "Ich bleibe Moslem, habe aber großen Respekt für das Christentum." Er wünscht sich ebenso wie seine Frau mehr gegenseitige Wertschätzung der Angehörigen dieser beiden Religionen: "Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede - warum sollte ein friedliches Miteinander in Toleranz nicht möglich sein?", fragt er. So begleite er seine Frau in die Weihnachtsmette, sie war bereits in der Moschee. "Wir feiern alle Feiertage, die katholischen und muslimischen", erklärt Diana Illeez. "Es wäre schön, wenn dieser Respekt und die gegenseitige Toleranz sich durchsetzen würden", meint sie, denn auch in ihrem Umfeld gibt es einige diskriminierende Äußerungen. In ihren Eheringen ist der Spruch "Liebe besiegt alles" eingraviert. "Das trifft auf uns 100-prozentig zu. Wir sind der beste Beweis für das Miteinander der Kulturen", so der Bräutigam, den seine Freunde "Manni" nennen. "Das kommt von Mammut Manni aus dem Film ,Ice Age'", erklärt er lachend.

Denn bevor sie sich am See Genezareth das Ja-Wort vor Gott geben konnten, gab es einige Hürden zu überwinden: "In den vertrauensvollen Traugesprächen mit Pfarrer Stelten wurde klar, dass wir Genehmigungen brauchen", erinnert sich Diana Illeez. "Das alles habe ich sehr gern in die Wege geleitet", meint Stelten, der eine einfühlsame Hochzeits-Predigt hielt. Das Brautpaar und die Trauzeugen, darunter Bürgermeister Erik Lierenfeld, bestätigten im Pfarrbuch von St. Peter in Tiberias die Heirat mit ihrer Unterschrift. Vorher mussten Erzbistum und Vatikan eine Erlaubnis zur Hochzeit geben. Denn wegen Mahmut Illeeez' geschiedener muslimischer Ehe musste Papst Franziskus der Heirat zustimmen. "Wir waren sehr froh, als die Bestätigung aus Rom kam", betont der Bräutigam.

Kennen gelernt hat sich das Brautpaar auf einer Feier in Neuss. "Manni musste erst durch den Hunde-Test", weist Diana Illeez - Industriekauffrau und Betriebswirtin - lachend darauf hin, dass ihr Chihuahua "Mütze" seine Zustimmung geben musste. Auch die beiden Mütter haben die Verbindung des Brautpaars sehr unterstützt. "Sie wussten, dass wir uns gut tun", sagt Mahmut Illeez, der kaufmännisch-technischer Mitarbeiter ist. Als sie ihre Wohnung in Hackenbroich vor einem Jahr durch Pfarrer Peter Stelten segnen lassen wollten, kam der intensive Kontakt zustande und sie buchten die Israel-Pilgerreise. "Zum Glück", wie Diana Illeez sagt.

Quelle: NGZ
 
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