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Dormagen
Katzenmama genießt Schmusestunden

Dormagen: Katzenmama genießt Schmusestunden
Die Sympathie beruht offensichtlich auf Gegenseitigkeit: Kater Lucky lässt Doris Iffert gern an sich heran. Und wenn er mal keine Lust hat, zieht er sich schnell zurück. FOTO: lber
Dormagen. 45 Katzen leben zurzeit im Dormagener Tierheim, haben dort vorübergehend ein neues Zuhause gefunden. Seit acht Jahren kümmert sich Doris Iffert jeden Mittwoch um die zum Teil stark traumatisierten Vierbeiner. Von Anneli Goebels

Doris Iffert kann es nicht verstehen. Kopfschüttelnd erzählt die 64-Jährige, dass erst vor kurzem 22 Katzen auf einen Schlag ins Dormagener Tierheim gebracht wurden. Alle hatten zuvor in einer Wohnung gelebt. Sie waren nicht unterernährt, doch sind sie schon verhaltensgestört. Artgerechte Haltung sieht anders aus. Nun werden diese Tiere und 23 weitere Katzen, die aktuell an der Bergiusstraße leben, wieder "aufgepäppelt", und das vor allem dadurch, dass sie einfach in Ruhe gelassen werden. "Wir haben so einige, die sich ganz zurückziehen und sich sogar unter Decken verstecken", sagt Iffert und hebt vorsichtig eine Decke an. Verschreckte Katzenaugen blicken den Beobachter an. Schnell wird die Decke wieder heruntergelassen.

Acht Katzenzimmer und zwei sogenannte Mutter-Kind-Räume gibt es im Tierheim. Wer dort mit wem "zusammenzieht", wird von den Mitarbeitern der Einrichtung genau festgelegt. Und bevor die Neuzugänge überhaupt in ein Zimmer kommen, müssen sie in der Regel drei Wochen auf die Quarantäne-Station. "Dort werden sie untersucht, geimpft, gechippt und gegebenenfalls kastriert", erklärt Tierpflegerin Jennifer Schmitz. Dann werden sie beobachtet, um festzustellen, ob sie wirklich gesund sind und keine Gefahr für die anderen bilden.

Das Personal gibt den Fundtieren auch Namen. Die sind so wohlklingend wie Tequila, Max, Maurice, Felina oder Sweety. Nicht immer passt er. "Sweety wird seinem Namen nicht gerecht", sagt Doris Iffert. Er habe Krach mit fast jedem seiner "Kollegen". Seit acht Jahren kommt Doris Iffert jeden Mittwoch ins Tierheim und kümmert sich um die Katzen. Sie macht erst die Zimmer und Toiletten sauber, um dann zum angenehmen Teil der Arbeit überzugehen, den Streicheleinheiten. Selbst hatte sie nie eine Katze. Das sei in ihrer Mietwohnung nicht erlaubt gewesen. "Doch wenn ich auf dem Balkon saß, kam regelmäßig eine Besucherkatze", erzählt sie. Dann kam sie eines Tages nicht mehr. Sie war überfahren worden. Danach und "nach der 153.000 Tiersendung, die ich im Fernsehen gesehen hatte, beschloss ich, richtig etwas mit Tieren zu machen." Und da kam der Rentnerin die Idee, im Tierheim zu helfen, gerade recht. "Ich liebe Katzen, weil sie so elegant und eigenwillig sind", sagt Iffert. Einer ihrer Lieblinge: Kater Bolle. "Bei dem habe ich das Gefühl, dass er mich immer anguckt, als wollte er sagen: Da bist du ja endlich wieder." Findet ein Tier neue Besitzer, ist Doris Iffert jedes Mal glücklich und erinnert sich an einen besonderen Moment: "Wir hatten eine Katze mit Diabetes, und die nahm ein Mann mit, der ebenfalls Diabetiker war."

Doch bei aller Schmuserei, den ein oder anderen Kratzer hat auch Doris Iffert schon abbekommen. "Dann habe ich das Tier eben nicht richtig verstanden", sagt sie. Denn merke: Wenn eine Katze die Ohren anlegt oder ihren Schwanz schnell hin- und herbewegt, bedeutet das "Geh auf Abstand, du kommst mir zu nah". Und wer das nicht beherzigt, für den wird es dann schon einmal etwas schmerzhaft...

Quelle: NGZ
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