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Dormagen
Kinder stöbern Insekten im Tannenbusch auf

Dormagen: Kinder stöbern Insekten im Tannenbusch auf
Bei der Tannenbusch-Expedition mit Martin Schneiders versuchen die Kinder, Insekten aufzuspüren: An Bäumen fühlen und unter Laub schauen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Begleitet von ihren Eltern nahmen gestern Mädchen und Jungen an der Insektenexpedition der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teil. Von Kira Bayer

In Gemeinschaftsarbeit erforschten gestern Eltern mit ihren Kindern den Dormagener Tannenbusch. Insgesamt neun Familien hatten sich für die Insektenexpedition der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) angemeldet. Unter der Leitung des Waldpädagogen Martin Schneiders lernten sie etwas über die Eigenschaften des Waldes, der Pflanzen und natürlich der Insekten. Der ehemalige Grundschullehrer vermittelt mit Spaß die Nützlichkeit der Insekten und schickt die Familien selbstständig auf Entdeckungsreise.

Schneiders geht es darum, dass die Eltern mit ihren Kindern zusammenarbeiten. Um zu zeigen, wo die Insekten zu finden sind, lässt er die Kinder von Baum zu Baum gehen und die Rinden der Bäume anfassen: Eine glatte Rinde beherbergt weniger Insekten als eine raue und gewölbte Rinde, in denen sich die Insekten verstecken können. "Die Erwachsenen dienen als Multiplikator. Jeder von ihnen weiß, wie sein Kind am besten lernt, und es liegt an ihnen, es den Kindern auf ihre Art und Weise näher zu bringen", findet Schneiders.

Der Pädagoge erklärt beispielsweise, warum manche Pflanzen Dornen haben oder giftig sind - und andere nicht - und fordert damit sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder. Bäume wie der Haselnussbaum oder die Tanne sind einige der wenigen Bäume, die im Winter nicht ihre Blätter verlieren. Würden sie sich nicht schützen, würden sie somit in der Kälte, wenn das Futter für die Tiere knapp wird, nicht überleben. Die Tanne ist daher so bitter im Geschmack, dass kein Tier sie gern fressen würde.

Nach einem kleinen Spaziergang durch den Tannenbusch steht die Gruppe um eine kleine Pflanze herum - um das sogenannte Springkraut. Schneiders pflückt die Knospen und erklärt, dass die Blätter und Stängel zwar giftig sind, die Blüten und Samen aber gegessen werden können. Damit begeistert er insbesondere die Kleinen.

Nach dem Verzehren des Springkrauts schickt Schneiders die Familien alleine los. Mit Schaufeln und Lupenbechern sollen Eltern und Kinder Insekten sammeln und beobachten. Wiebke Krutein begleitet ihren Sohn Julius auf seiner ersten Waldexpedition und ist überrascht, wie viel auch sie dabei lernt: "Unser Sohn sammelt hier heute erste Walderfahrungen. Insekten sind interessante Tiere, und es ist wichtig ihm die Tiere und den Wald nahezubringen."

Nach der spannenden Suche informiert Schneiders über den Zersetzungsprozess des Waldes und darüber, welche Rolle dabei die Insekten spielen. "Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass die Insekten notwendig sind für den Wald. Sie leben oft in toten Bäumen und nähren sich an ihnen", so der Experte.

Zum Abschluss der Expedition bauen alle zusammen ein Insektenhotel und sorgen so für ein neues Zuhause für die Tiere. "Wir betreiben hier gerade aktiven Tierschutz", sagt der ehemalige Lehrer erfreut. Carolin Kammerer, die die Expedition mit ihren Kindern begleitet findet: "Das hier ist etwas für alle Altersklassen."

Quelle: NGZ
 
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