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Dormagen
Klosterhof-Chef ist NRW-Meister

Dormagen. Für Gastronom Jürgen Deneke lassen sich sportlicher Ehrgeiz und Entspannung beim Distanzreiten ideal verbinden. Von Sebastian Meurer

Wer an den Pferdesport denkt, dem werden zunächst Disziplinen wie Springreiten oder Dressur beziehungsweise spektakuläre Läufe auf der Galopprennbahn in den Sinn kommen. Doch gibt es auch weniger bekannte Varianten, die für ihre Betreiber einen gleichermaßen großen Reiz haben.

Die Rede ist vom Distanzreiten, für das Jürgen "Archie" Deneke seit gut einem Jahrzehnt ein ausgeprägtes Faible hat. Gerade eben hat der Chef des Knechtstedener Klosterhofs seinen bislang größten Erfolg errungen: Mit seinem neun Jahre alten Kabardiner "Edils Evolution" gewann Deneke die NRW-Meisterschaft für Großpferde.

Sechs Mal ging er dafür an den Start, vier Mal holte er den Sieg und ein Mal den zweiten Platz, womit er einen nicht gewerteten Ritt leicht verschmerzen konnte. Den "Siegesritt" bestritt er in der Eifel, wobei er und "Edils Evolution" an sieben Tagen bis zu 80 Kilometer täglich unterwegs waren. "Die reine Reitzeit lag bei fünf bis acht Stunden am Tag", erzählt er.

Insgesamt legten die beiden in diesem Jahr gemeinsam 900 Kilometer zurück. "Es ist immer Teamarbeit", vergisst der begeisterte Distanzreiter nie, den Anteil des Pferdes am sportlichen Erfolg zu würdigen. "Edils Evolution" ist neun Jahre alt, die vergangenen fünf Jahre hat Deneke mit ihm auf den jetzigen Erfolg hingearbeitet. "Man braucht so lange, bis man solche Leistungen verlangen kann. Es ist ähnlich wie mit dem Marathon bei Menschen", betont Deneke, der seit 20 Jahren den Klosterhof betreibt.

Dazu, sich für Pferde zu interessieren, brachte ihn vor zwölf Jahren seine damalige Freundin. Schon bald begeisterte er sich für das ihm zuvor völlig unbekannte Distanzreiten. "Es ist ein schöner Ausgleich zur Arbeit", erzählt Jürgen Deneke. Hinzu kommt, dass er "gern in Deutschland unterwegs" ist, zu Pferd sei dies "eine besondere Erfahrung", so der Gastronom und passionierte Reitsportler.

Zwar sei das Distanzreiten durchaus eine Randsportart, doch gehöre es zu den von der Reiterlichen Vereinigung (FN) anerkannten Disziplinen, betont Deneke. De facto sei das Distanzreiten "die älteste Pferdesportart" und zugleich "sehr pferdefreundlich". Dies zeigt sich bei den Wertungsritten, bei denen alle 30 Kilometer eine tierärztliche Kontrolle stattfindet. Die Veterinärmediziner fungieren zugleich als Schiedsrichter: Weisen die gemessenen Werte auf eine allzu hohe Belastung des Tiers hin, wird es disqualifiziert. "Angekommen ist gewonnen", lautet das Motto von Distanzreitern, denen das schnelle Finish fremd ist.

Im Prinzip sind alle Pferderassen für den Distanzsport geeignet, berichtet Deneke. "Wenn man etwas ambitionierter ist, nimmt man blütigere Pferde", wie etwa Araber: Die sind an der Weltspitze dominierend.

Gleichsam auf Autopilot schalten kann der Reiter eigentlich nur "bei Wüstenrennen, wo es immer nur geradeaus geht." Ansonsten bedarf es durchaus anhaltender Konzentration - bei Mensch und Tier: "Ich bin schon oft hingefallen, weil entweder mein Pferd oder ich gepennt haben", verschweigt der NRW-Meister auch den einen oder anderen Fauxpas nicht.

Quelle: NGZ
 
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