| 00.00 Uhr

Dormagen
"Kölsche Welle" schwappt über Dormagen

Dormagen: "Kölsche Welle" schwappt über Dormagen
Alle Hände hoch - das brauchten die Akteure auf der Bühne den Gästen nie zwei Mal zu sagen, das klappte immer wieder auf Anhieb bei den 3000 Zuschauern. FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. 3000 Besucher waren zum Festival "Neue Kölsche Welle" gekommen und sangen größtenteils textsicher die Lieder der Bands Querbeat, Kasalla und Cat Ballou mit. Ob es eine Neuauflage gibt, bleibt abzuwarten, denn es gab auch Kritik. Von Franziska Gräfe

"Im Schweinsgalopp sind die jungen Mädels hier reingestürmt und stehen seitdem in der ersten Reihe", sagte der Präsident der KG "Ahl Dormagener Junge", Jens Wagner lachend. Die jungen Mädels, das sind die eingefleischten Fans von Querbeat, Kasalla und Cat Ballou, die ihren Lieblingen beim Festival "Neue Kölsche Welle" so nah wie möglich sein wollten. Keine Frage: Mit einer schicken kleinen Zeltstadt auf dem Schützenplatz und drei der begehrtesten Bands aus dem Kölner Karneval auf einer Bühne hat Eventmacher Marc Pesch am Pfingstsonntag ein großes Rad gedreht. 3000 Karten waren, auch dank der als Mitveranstalter agierenden Karnevalsgesellschaft, verkauft, 30.000 Flaschen Reissdorf Kölsch kalt gestellt und die Veranstaltung mit einem kurzfristig aufgebauten Zelt regenfest gemacht worden. "Klasse gemacht, alles perfekt", attestierte Thomas Rütten vom städtischen Ordnungsamt, der das Gelände am Nachmittag mit Kollegen "abgenommen" hatte. Auch der Einlass verlief entgegen mancher Befürchtungen reibungslos.

Zwischen Bühne, Bratwurstgrill und Bierpavillon bejubelten Besucher von drei bis siebzig gemeinsam die "Stadt mit K", hielten "Alle Jläser huh", tanzten zu "Nie mehr Fastelovend ohne Dich" und schworen: "Et jitt kei Wood, dat sage künnt, watt ich föhl, wenn ich an Kölle denk". Auch mit Rolllator und Kinderwagen, auf Krücken und auf den Schultern feierten sie die kölsche Art. "Toll, dass wir in Dormagen jungen Leuten so ein Event bieten können", meinte der Rheinfelder Uwe Kosbab. BSV-Schützenkönig Rainer Schoo genoss es, "an jeder Ecke Bekannte" zu treffen: "Schön, dass endlich sowas passiert in Dormagen." Doch an einigen Stellen hakte es bei der Erstauflage des Festivals unübersehbar: Vor den insgesamt fünf Toilettenwagen staute es sich massiv. Für Crêpe, Bratwurst und Pommes mussten die Besucher - zumindest in den Umbaupausen zwischen den Live-Auftritten - eine halbe Stunde lang anstehen. Radler war bereits zur Halbzeit ausverkauft. "Das sind Dinge, die wir aufarbeiten werden und natürlich werden wir sie auch ändern, das ist ja logisch", räumte Marc Pesch ein. Besser werden müsse auch der Sound im hinteren Drittel des Zeltes, wo zu wenig von der Musik ankam und die Sicht auf die Bühne sehr eingeschränkt war.

Zwischen den Live-Auftritten sorgte Pesch als DJ für einen guten Musikmix, dennoch schimpften viele, vor Ort und später auf Facebook, über die einstündigen Pausen. An Partystimmung und allem, was zum Festival gehört, fehlte es aber nicht: von der Rangelei am Damenklo bis hin zu den Trinkfesten, die gen Ende des Konzerts still von ihren zum Podest umfunktionierten Bierkästen kippten. Die Jungs von Cat Ballou attestierten dem Partyvolk um 23 Uhr: "Dormagen, Ihr macht richtig viel Spaß." Noch am Sonntagabend war die Rede davon, das Konzert im nächsten Jahr zu wiederholen. Gestern äußerte sich Veranstalter Marc Pesch angesichts vieler negativer Facebook-Kommentare zu den organisatorischen Mängeln dann verhalten.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: "Kölsche Welle" schwappt über Dormagen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.