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Dormagen
Konverter-Gegner protestieren mit Internet-Film

Dormagen. Die Bürgerinitiative aus Gohr, Broich und Umgebung lässt in ihrem Widerstand gegen das Amprion-Projekt nicht nach. Von Stefan Schneider

Zwei Jungen sitzen am Tisch und zeichnen. Auf dem Blatt des einen entsteht ein riesiges, klotzförmiges Ungetüm. "Eh, wir sollen doch unser Dorf malen und keine schwarze Kiste", beschwert sich sein Nachbar mit Blick auf das Werk seines Freundes. "Das istunser Dorf. Mit dem Konverter!" kontert der Andere. "Ich pfeif' auf den Konverter!" bekommt er zur Antwort.

So beginnt der knapp vierminütige Film, den die Bürgerinitiative "Contra Konverter" aus Gohr, Broich und Umgebung erstellt hat. Die Mitglieder treibt nach wie vor die Sorge um, dass der von Amprion geplante Konverter nicht in Kaarst, sondern vielleicht doch in Gohr errichtet werden könnte. In dem Film, der im Internet unter www.youtube.com unter dem Suchbegriff "Contra Konverter Film" zu finden ist, äußert sich eine Reihe von kritischen Menschen, die wie der Junge aus der Eingangsszene "auf den Konverter pfeifen". Ein Hundehalter ist dabei, ein Landwirt, Anwohner vom Weidenstraßweg, sogar der Pastor. Und natürlich kommen auch die Sprecher der Bürgerinitiative, Willi Feiser und Felix Bracher, zu Wort. Ihre Argumentation: "Die Standortauswahl wurde seitens Amprion ohne ausreichende Berücksichtigung der Anwohner vor Ort und deren Belastungen getroffen. Andernfalls hätte Gohr mit einer Abstandsfläche von teilweise unter 600 Metern zu den ersten Wohnhäusern, auch als Ersatzstandort, nicht gewählt werden dürfen." Die Bürger aus Dormagen und Rommerskirchen würden von der Politik erwarten, sich für geeignetere Konverterstandorte in industrienaher Umgebung mit größeren Abständen einzusetzen."

Der Film soll nun in den nächsten Wochen "durch aktive Bürger aus den betroffenen Regionen" verteilt und weiterverbreitet werden - an diverse Organisationen und an die Zentralen der politischen Parteien im Rhein-Kreis Neuss. Auch der Kreistag und der Regionalrat Düsseldorf sollen den Streifen erhalten. "Unser Ziel ist es, eine möglichst hohe Zahl an Betrachtern und positiven Bewertungen zu erzielen", teilt André Raßlenberg für die Bürgerinitiative mit.

Die Konverter-Gegner hatten Ende November auch den gut besuchten Adventsmarkt auf dem Gohrer Kirchplatz genutzt, um an ihr Anliegen zu erinnern. Die Organisatoren hatten einen Informationsstand aufgebaut und die aus ihrer Sicht schädlichen Auswirkungen der Groß-Industrieanlage dargestellt. Zur Abschlusserklärung hatten sich nach Angaben der Initiative mehr als 200 Menschen eingefunden. Ihren Protest hatten sie auf vielen mitgebrachten Plakaten und Spruchbändern deutlich gemacht.

Quelle: NGZ
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