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Dormagen
Konverter: Gohr wieder im Fokus?

Dormagen. Die Bezirksregierung setzte die Anregung von Amprion, die "Dreiecksfläche" in Kaarst von der Kiesabbau-Nutzung zu befreien, nicht um. Konverter-Gegner aus Gohr befürchten ein "Aussitzen". Landrat: Netzbetreiber muss nachliefern. Von Carina Wernig

Der umstrittene Konverter, mit dem der Netzbetreiber Amprion Strom umwandeln will, der auf der Trasse von der Nordsee bis Baden-Württemberg transportiert werden soll, steht noch nicht im aktuellen Entwurf des Regionalplans. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die Anregung von Amprion, die von ihr bevorzugte "Dreiecksfläche" in Kaarst umzuwidmen und von der Kiesabbau-Belegung zu befreien, dort nicht umgesetzt.

Das ist jedoch nötig, um den Konverter dort zu errichten - eine zweite Möglichkeit wäre ein aufwendigeres Zielabweichungsverfahren, zu dem die Stadt Kaarst ihre Zustimmung geben müsste. "Wir bedauern sehr, dass es noch keine Änderung des Regionalplans gibt", sagte Amprion-Projektsprecherin Joelle Bouillon gestern: "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Dreiecksfläche der beste Standort ist."

Amprion hatte sich für einen Konverter-Standort auf der "Dreicksfläche" in Kaarst - zwischen A57, Bahnlinie und L 30 - ausgesprochen, die den größten Abstand zur geschlossenen Wohnbebauung aller 20 untersuchten Flächen im Rhein-Kreis Neuss aufweist. Das war nicht nur eine Forderung einiger Bürgerinitiativen, sondern auch der Politik. Darauf weist auch SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel, Mitglied im Regionalrat, hin: "Es gibt den politischen Konsens im Rhein-Kreis Neuss, der jedoch nur funktioniert, wenn er von allen akzeptiert wird." Der größtmögliche Abstand zur Wohnbebauung sei für alle am besten. "Wenn das nicht mehr das Kriterium ist, kommen wieder die Suchräume in Osterath, Neuss-Bauerbahn und Gohr ins Gespräch", so Thiel. Gohr ist die von Amprion als weitere Alternative genannte Fläche, falls Kaarst scheitert.

Voraussichtlich am 23. Juni wird der Regionalrat darüber entscheiden, ob es das zweite Beteiligungsverfahren von Behörden und Öffentlichkeit gibt, wie die Bezirksregierung Düsseldorf auf Anfrage erklärte. "Erst nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens und der Auswertung der erwarteten Stellungnahmen wird der Regionalrat über den Regionalplan - und somit die konkreten Flächennutzungen - entscheiden", wies Martin Verrieth von der Pressestelle auf das "laufende Verfahren" hin.

Der mühsam gefundene Kiesabbau-Kompromiss stände laut Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Mitglied im Regionalrat, bei einer Regionalplan-Änderung auf der Kippe. Für ihn muss der Netzbetreiber Amprion bei der zweiten Offenlage "noch eine Menge nachliefern": "Amprion muss klarmachen, warum dieser Standort am besten ist." Dazu ist das Unternehmen bereit, wie Bouillon betonte: "Wir werden weitere Stellungnahmen, Gutachten und Expertisen abgeben, falls das nötig ist."

Im Verfahrensverlauf sieht die Bürgerinitiative "Contra Konverter in Gohr, Broich und Umgebung" eine Gefahr: "Wir befürchten, dass der Kaarster Standort einfach ausgesessen wird, bis dann nur noch die Alternative Gohr übrig bleibt", sagte BI-Sprecher Felix Bracher.

Quelle: NGZ
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