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Dormagen
Kreiskrankenhäuser vor Fusion mit "Lukas"

Dormagen: Kreiskrankenhäuser vor Fusion mit "Lukas"
Die Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich steuern auf eine Fusion mit dem Lukaskrankenhaus zu. Alle Standorte bleiben erhalten. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Ein Gutachten empfiehlt einen "engen Verbund" der drei kommunalen Krankenhäuser in Dormagen, Grevenbroich und Neuss mit Erhalt aller drei Standorte. Die Geburtsklinik in Grevenbroich steht auf der Kippe. Von Carina Wernig

Die Weichen in Richtung Fusion der beiden Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich mit den Städtischen Kliniken Neuss "Lukaskrankenhaus" sind gestellt. Ein medizinisches Strukturgutachten, das der Rhein-Kreis und die Stadt Neuss beauftragt hatten, empfiehlt einen "engen Verbund der kommunalen Krankenhäuser". Präsentiert wurden die Sachverständigen-Ergebnisse am Mittwoch vor den Mitgliedern einer von der Stadt Neuss und dem Rhein-Kreis gebildeten Arbeitsgemeinschaft, die sich mit den Fusionsplänen beschäftigt. Jetzt empfehlen die Gutachter, die "bisher gute Zusammenarbeit der Häuser noch deutlich zu verstärken". Sie haben mehrere Modelle der Zusammenarbeit untersucht.

Ihr Fazit: Alle drei Standorte der öffentlich-rechtlichen Häuser sollten erhalten bleiben, seien aber auf Dauer allein zu klein. Eine Fusion biete die "historische Chance, einen kommunalen Verbund zu bilden", der zu den Top 10 der kommunalen Krankenhäuser Deutschlands zählen würde, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Rhein-Kreis und Stadt Neuss. Es geht um etwa 2700 Arbeitsplätze und die Versorgung von rund 230.000 Patienten pro Jahr. Es müssen noch wirtschaftliche, steuerliche und kartellrechtliche Fragen und die nach der besten Rechtsform geklärt werden. Noch ist das Gutachten nicht vorgestellt worden, im Dormagener Rathaus ist es noch unbekannt. Bürgermeister Erik Lierenfeld ist auf die Ergebnisse der Studie gespannt. "Ich erwarte, dass die Zusagen eingehalten werden", wies er auf Anfrage darauf hin, dass der Dormagener Standort erhalten bleiben müsse: "Das Dormagener Haus darf keine Portal-Klinik werden, und es ist wichtig, auch künftig eine Geburtsstation in Dormagen zu haben", nannte Lierenfeld zwei Forderungen. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Weber sieht die Geburtsstation in Dormagen als elementar an. "Das Kreiskrankenhaus in Dormagen muss inklusive Geburtsstation gesichert werden." Eine Fusion sei keine Überraschung, auch nicht, dass Sparziele definiert werden: "Spezialisierungen können wir uns gut vorstellen, auch Synergieeffekte im Verwaltungsbereich", so Weber. In der Zusammenarbeit der kommunalen Krankenhäuser sieht SPD-Fraktionschef Bernhard Schmitt "die Chance, mit Spezialisierungen alle Standorte langfristig zu sichern". Das unterstreicht sein Stellvertreter, Andreas Behncke, der die Geburtsstation "identifikationsstiftend für die Stadt" nennt, was auch für die in Grevenbroich gelte: "Auch für deren Erhalt wird die Kreis-SPD kämpfen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kreis-SPD.

Gut möglich, dass das nötig wird. Denn nach Informationen unserer Redaktion empfehlen die Gutachter, die Geburtsstation im Grevenbroicher St.-Elisabeth-Krankenhaus zu schließen. Sie habe nach dem Gutachten - gleichgültig welchem Zusammenarbeitsmodell gefolgt wird - aber kaum Zukunft, da sie auch im Verbund der Kreiskrankenhäuser defizitär sei - und zwar im höheren Maße als die vergleichbare Einrichtung in Dormagen.

Quelle: NGZ
 
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