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Dormagen
Künstler sprüht Riesengraffiti auf ein Silo

Dormagen: Künstler sprüht Riesengraffiti auf ein Silo
Das Silo des Goldberger Hofes schmückt nun ein Graffiti mit Motiven von Tauchern über Surfer bis zu einem Pferd. FOTO: K. Güdelhöfer
Dormagen. Das graue Silo des Goldberger Hofes ist nun mit Traktor, Taucher, Pferd und Surfer bunt gestaltet: Graffiti-Künstler Christoph Schade hat die sieben Meter hohe Wand besprüht. Weitere Motive sollen folgen. Von Carina Wernig

Groß und betonfarben war das Silo auf dem Goldberger Hof zunächst, jetzt strahlt es in bunten Farben - gut zu erkennen von der L 380 zwischen Horrem und Nievenheim. Der Eigentümer, Landwirt und Landschaftsbauer Jürgen Klein, hatte voriges Jahr die Idee zu diesem Riesen-Kunstwerk: "Ich wollte gern, dass all das darauf zu sehen ist, was den Goldberger Hof ausmacht: Landwirtschaft, Pferde, Taucher, Surfer", erklärte Klein, der mit dem Ergebnis zufrieden ist. Er findet das Silo nun "schön bunt" - wenn vielleicht auch etwas zu bunt, um den goldenen Schriftzug "Goldberger Hof" von weitem gut erkennen zu können.

Als könnte er den Graffiti-Traktor erklimmen: Landwirt Jürgen Klein (l.) mit dem Künstler Christoph Schade. FOTO: Klaus Güdelhöfer Stadt

Mit dieser Motiv-Vorgabe widmete sich Christoph Schade auf Vermittlung durch das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Dormagen der Graffiti-Erstellung. Entstanden sind riesige Motive, die das Silo erstrahlen lassen. Alle geforderten Elemente sind vorhanden, der Traktor mit den Riesenreifen weist auch auf das Graffiti-Projekt Dormagen hin. "Ich habe die Motive auf meine Art umgesetzt", erläutert der 27 Jahre alte Christoph Schade, der als Kulturpädagoge in einem Wohnheim für geistig Behinderte in Frechen arbeitet. In seiner Freizeit erstellt er gern und oft Graffiti, so hat er das Rolltor zum Dormagener Kammertheater ebenso gestaltet wie eine Seite des Kulturhauses und die Stromkästen auf dem Rathausplatz. "Das macht mir viel Spaß", sagt er über sein Sprayer-Hobby.

Am großen Silo hat er bereits seit 2016 gearbeitet - bis zur vergangenen Woche. "Da konnte ich immer wieder auf den Hubsteiger der Firma Klein klettern - das war eine große Erleichterung", sagt er mit Blick auf die sieben Meter hohe Wand. Ganz fertig ist das Graffiti noch nicht: "Ich darf es rundum gestalten, mit freien Motiven", sagt er.

Das schlichte Betongrau des Silos ist einem farbenfrohen Kunstwerk über den Goldberger Hof gewichen. FOTO: Klaus Güdelhöfer Stadt

Auch Klaus Güdelhöfer, der Leiter des städtischen Kinder- und Jugendbüros, der vor neun Jahren die Idee zum Graffiti-Projekt Dormagen hatte, ist mit der Gestaltung des bunten "Aushängeschildes" zufrieden. Wer eine Wand, eine Garage oder andere Gegenstände mit Graffiti bedeckt haben möchte, kann sich an ihn wenden. "Ich biete den Graffiti-Künstlern die Aufgabe an. Sie sagen meist sehr schnell zu, weil sie sich freuen, dass ihre Werke in der Öffentlichkeit gut zu sehen sind." Das ist ein Kriterium der Auftragsvergabe: "Die Flächen dürfen nicht versteckt liegen und müssen vor allem für Graffiti geeignet sein", erläutert Güdelhöfer, der sich die Orte anguckt, bevor er mit Künstlern in Kontakt tritt. Der Auftraggeber zahlt nur das Sprüh-Material, die Motive werden in Absprache mit ihm besprochen, dann legen die Sprayer los, wenn sie Zeit haben.

Das nächste Graffiti-Projekt - mit Schade als einem der vier Künstler - beginnt bereits am Sonntag: "Schön bunt, aber anders" wünscht sich die Dormagener Wohnungsbaugesellschaft ihre 60 Meter lange und 2,40 Meter hohe Garagenrückwand in Horrem. "Der Stadtteil Horrem ist bunt, und auch unsere Mieter sind international", hatte Geschäftsführer Martin Klemmer erklärt.

Quelle: NGZ
 
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