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Dormagen
Kulle-Publikum jubelt über musikalische Zeitreise

Dormagen. Lichtkegel auf die Bühne. Aus dem Nebel treten Musiker, Grubenlampen auf dem Kopf. Das unverwechselbare Drum Intro kündigt den Opener an und das Publikum jubelt, noch bevor Sven Komp die erste Zeile von "In the air tonight" ins Mikro gepresst hat.

Zum dritten Mal gastierten Still Collins am vergangenen Freitag in der ausverkauften Kulturhalle, doch dieses Mal ist es die Jubiläumstour der 1995 in einem Niehler Keller gegründeten Combo, und irgendwie spürt man das. Am Publikum etwa, das "wie wir selbst jetzt Ü50 ist", wie Sänger Sven Komp bemerkt, und das sich bei frühen Klassikern wie "Follow you follow me" genauso textsicher zeigt wie beim Neunziger Jahre-Hit "We can't dance". An der Band, die zweieinhalb Stunden mit einer großartigen musikalischen Zeitreise füllt, und den Wandel von Genesis vom experimentellen Musikprojekt hin zum radiotauglichen Mainstream-Rock dokumentiert. Für ersteres steht Peter Gabriel, bis 1975 Kopf der Band, dessen größte Solo-Erfolge "Sledgehammer" und "Solsbury Hill" auf dem Programm stehen. Das Publikum wippt und jubelt. Aber trotzdem, Sven Komp ist dann am besten, wenn er Phil Collins ist und seine verblüffende stimmliche Ähnlichkeit mit dem Briten zur Geltung kommt.

Die Solo-Hits des Frontmanns, der 1975 bei Genesis ein- und 1997 zunächst wieder ausstieg, fehlen nicht. Insbesondere dem Gute-Laune-Pop der Achtziger wird mit "You can't hurry love" oder "Two Hearts" gehuldigt. Von Mike & the Mechanics, dem Soloprojekt von Genesis-Bassist Mike Rutherford, hat die Band "Over my shoulder" im Gepäck. Als Sängerin seit 2015 in vorderster Front dabei ist Katja Symannek, deren intensive Stimme beim Duett "Don't give up" (im Original von Peter Gabriel mit Kate Bush) und dem Herz-Schmerz-Klassiker "Against all odds" besonders zum Tragen kommt. Symannek ist es, die am Ende einer musikalisch wie visuell begeisternden Show in die Halle ruft: "So viele freudige Gesichter haben wir selten erlebt!" Veranstalter Jorgos Flambouraris attestiert der Band, der dritte Gig in Dormagen sei der bislang beste gewesen. "Heute haben sie sicher noch ein paar Fans dazugewonnen."

(fg-)
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