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Dormagen
Kulturpädagogin arbeitet mit Dormagener Schulkindern

Dormagen: Kulturpädagogin arbeitet mit Dormagener Schulkindern
Seit Mitte Juni ist Sylvia Gräff neue Schulsozialarbeiterin in Dormagen. Sie kommt aus dem kulturpädagogischen Bereich. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. "Hi, Paula, alles cool?" fragt Sylvia Gräff, "komm doch mit rein." "Mache ich", antwortet die Angesprochene, "aber das ist komisch wenn Du ,cool' sagst", sagt die Zehnjährige ohne Scheu und trottet hinter Gräff her. Die steuert zielstrebig die Räume des "Dreizack" an, die Jugendeinrichtung des Internationalen Bunds in Nievenheim. Von Klaus D. Schumilas

Direkt darüber liegt die Mensa der Gesamtschule, dort, wo die 38-Jährige nach den Sommerferien ihren eigentlichen Arbeitsplatz hat. Gräff ist die neue Schulsozialarbeiterin in Dormagen, Nachfolgerin von Silke Günther. Eine von drei, die im Rahmen des Landesprogramms "Soziale Arbeit an Schulen" über die Rhein-Kreis-Tochter, das Technologiezentrum Glehn, beschäftigt werden.

Um die lange Zeit der Ferien zu nutzen, hat Gräff beim IB angeboten, eine Ferienbetreuung auf die Beine zu stellen. Die läuft auch gut, sagt sie. Neben dem gemeinsamen Frühstück gibt es verschiedene kleine Kunstprojekte, die die Kinder dankbar annehmen. Kein Wunder, denn ihre Anleiterin ist studierte Kulturpädagogin.

Gräff ist in Sachsen geboren und aufgewachsen, in einer kleinen Stadt bei Dresden. Nach der Wende kam sie mit ihrer Familie in den Westen. In Mönchengladbach-Rheydt absolvierte sie eine handwerkliche Ausbildung, baute dann ihr Fachabitur und nahm an der Hochschule Niederrhein ein Studium der Kulturpädagogik auf. An den Bachelor schloss sie einen Master-Abschluss in Kulturmanagement an.

"Das Kreative und die Liebe zur Arbeit mit Menschen ist familiärbedingt", sagt sie. Ihr Großvater war Dekorationsmaler, ihre Mutter studierte Malerei und Grafik. "Im künstlerisch-ästhetischen Bereich zu arbeiten, das war immer meins." Das setzte die 38-Jährige auch beruflich um. In den vergangenen drei Jahren unterrichtete sie als Kunstlehrerin an einer Grundschule in Rheydt. Sie war dort auch Projektkoordinatorin und somit Schnittstelle von städtischem Kulturbüro, Schulen und Studenten, die gemeinsam Kunstprojekte entwickeln und umsetzen. An der Hochschule Niederrhein hatte Gräff ferner einen Lehrauftrag. Die Vielzahl der Tätigkeiten wurde in dieser Zeit ergänzt mit der Arbeit als Museumspädagogin am Städtischen Museum Schloss Rheydt und im Freilichtmuseum Grefrath. "Der Schwerpunkt war schon die Arbeit mit Kindern, aber es gab auch Projekte und Kurse mit Erwachsenen", erzählt sie.

Weil Schule für sie der perfekte Ort ist, um kulturpädagogisch arbeiten zu können, ist ihr Wechsel auf die ausgeschriebene Stelle als Schulsozialarbeiterin nahezu zwangsläufig. Da sie eine volle Stelle ist, hat Sylvia Gräff alles andere in Mönchengladbach beendet.

In Dormagen ist ihr Stammsitz an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule. Zuständig ist sie ferner für die Grundschulen Henri-Dunant in Delrath, Friedrich-von-Saarwerden in Zons, St.-Nikolaus in Stürzelberg Friedensschule in Gohr und in Nievenheim und Salvator in Ückerath. Um was geht es dort? "Der Schwerpunkt ist", sagt Gräff, die als Hobbys neben künstlerischer Gestaltung Wandern, Radfahren und Paddeln angibt, "die Hilfe bei der Antragstellung für die finanzielle Unterstützung durch das Bildungs- und Teilhabepaket." Dort gibt es Hilfen bei der Mittagsverpflegung, bei Klassenfahrten, bei Lernförderung oder Lernmitteln. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, ihre Tätigkeit an sich publik zu machen. Daher sind die Elternabende, die nach dem Ende der Sommerferien in den Klassen traditionell stattfinden, Pflichttermine. "Der Kontakt zu den Lehrern ist sehr wichtig. Denn über sie erfahre ich, wenn Kinder auffällig sind oder wenn sie ganz offenbar Unterstützung benötigen."

Quelle: NGZ
 
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