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Dormagen
Kunst- und Musiknachmittag schlägt Brücke zwischen Kulturen

Dormagen. Besonders viel Freude hatten die 16 Kinder beim Malen mit Wasserfarben und Wachsmalstiften gestern Nachmittag. Im "Café Grenzenlos" in den Räumlichkeiten des Internationalen Bundes in Horrem durften sie sich mit bunten Farben frei entfalten. Begleitet wurden sie von einer besonderen Lehrerin: Dalal Alsaid (32), die aus Syrien kommt und dort Kunstlehrerin war, zeigte den Kindern einfache Maltechniken wie das Farbenmischen. "Aktuell lernt sie sehr fleißig Deutsch, um ihr B1 Sprachlevel zu erreichen und später in den Beruf einzusteigen. Dabei helfen wir Ehrenamtlichen ihr hier", sagt Ehrenamtlerin Susanne Henkes. Unter den Kindern war auch Alsaids Tochter Maja (8): "Ich male am liebsten Menschen und habe eine kurzhaarige Frau gezeichnet." Später kreierten die Kinder noch ein gemeinsames Bild, auf dem eine Sonne zu sehen ist, die von den Handabdrücken der Kinder umgeben ist. In den Einzelwerken der Kinder wurde besonders die Natur berücksichtigt und die Jüngsten malten viele Bäume, Flüsse und Meere.

Die knapp zwei Dutzend Erwachsenen im Nebenraum klatschten, sangen und summten verschiedenste Lieder aus ihren Heimatländern und wurden dabei von zwei Damburas (afghanische Seiteninstrumente) begleitetet. Gesungen wurden unter anderem kurdische Volkslieder. "Wir wollten die Menschen zusammenbringen und haben dies über Kunst und Musik getan, weil man beides gemeinsam machen kann, ohne dieselbe Sprache zu sprechen", sagt Denis Bulatow, Integrationsfachkraft beim Internationalen Bund. "Für die Menschen ist es ein Stückchen Heimat und schafft eine besondere Atmosphäre, wenn sie Musik aus ihren Heimatländern hören", sagt Bulatow. Eti Kakaei kann dies nur bestätigen: "Es ist wirklich schön. Wir fühlen uns dann wie zu Hause, weil die Musik zu unserem Länd gehört und wir damit aufgewachsen sind. Ich singe innerlich manchmal mit, wenn eines meiner Lieblingslieder kommt. Es ist einfach toll, seine Gefühle in der Musik ausdrücken zu können", sagt Kakaei. "Es ist auch immer schön, wenn Deutsche hierher kommen und unserer Musik lauschen. Das zeigt, dass sie uns respektieren und hilft uns gleichzeitig, unsere Heimat nicht ganz so sehr zu vermissen", freut sie sich über die musikalischen Stunden mit Menschen aus verschiedensten Ländern wie Afghanistan, Syrien, Russland oder eben Deutschland.

Für den 28. August ist ein Integrationsfest in Horrem geplant. In der Vergangenheit gab es im Nievenheimer "Café Grenzenlos" auch schon einen interkulturellen Kochwettbewerb.

(clü)
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