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Dormagen
Kuwait setzt auf Technik von Asahi Kasei

Dormagen: Kuwait setzt auf Technik von Asahi Kasei
In solchen Wasseraufbereitungsanlagen kommt die Asahi-Kasei-Membran Microza zum Einsatz - künftig auch am Persischen Golf. FOTO: Asahi Kasei
Dormagen. Eine Hohlfasermembran des auch in Dormagen ansässigen Unternehmens spielt eine Hauptrolle in einer neuen Anlage zur Meerwasserentsalzung am Golf. Für Asahi Kasei ist es der bislang größte Auftrag für Wasserfiltrationsmembrane. Von Stefan Schneider

Trinkwasser: In Kuwait und in diversen anderen Ländern im Nahen Osten ist das ein gleichermaßen rares wie begehrtes Gut. In der Region am Persischen Golf wird deshalb zunehmend versucht, Meerwasser in Trinkwasser umzuwandeln. Dies geschieht mithilfe von Meerwasserentsalzungsanlagen. Eine davon, die sogenannte Doha-Anlage, wird in der Nähe von Kuwait-City entstehen (und nicht, ungeachtet des Namens, in der Hauptstadt von Katar). Ein wichtiger, wenn nicht sogar überhaupt der wichtigste Baustein schlechthin für diese Anlage stammt von dem auch im Chempark Dormagen ansässigen japanischen Technologieunternehmen Asahi Kasei. Das hat in diesem Zusammenhang jetzt den nach eigenen Angaben größten Auftrag für Wasserfiltrationsmembranen in seiner Unternehmensgeschichte erhalten.

Konkret geht es um die Hohlfasermembran Microza, die zur Vorbehandlung des Meerwassers benötigt wird, aus dem später Trinkwasser werden soll. Die Membran zur Wasseraufbereitung soll täglich eine Kapazität von 610.000 Tonnen schaffen. Das Doha-Projekt in Kuwait wird von dem koreanischen Anlagenbauer Doosan Heavy Industries and Construction verwirklicht, ist folglich eine wahrlich internationale Unternehmung.

Die Meerwasserentsalzung durch die Membran erfolgt nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Bei diesem physikalischen Verfahren werden die im Meerwasser enthaltenen Salzionen konzentriert und mit der Membran unter hohem Druck entfernt. Die Membran Microza "wurde für die Ausbaustufe 1 der Doha-Anlage als Anerkennung ihrer herausragenden Leistungsfähigkeit und ihres zuverlässigen Betriebs ausgewählt", teilt Asahi Kasei mit. Das Unternehmen konzentriere sich weiterhin aktiv auf die wachsende Nachfrage im Nahen Osten, heißt es darüber hinaus.

Asahi Kasei ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Hohlfasermembranen und Systemen zur Wasseraufbereitung. Die Membran Microza sei in mehr als 1600 Anlagen weltweit im Einsatz. Im US-Markt für membrangestützte Trinkwasseraufbereitung, dem größten der Welt, sei Microza Marktführer. Die Membran finde auch stark zunehmende Verbreitung in vielen Ländern, die mit Wasserknappheit konfrontiert seien und steigenden Bedarf für bessere Wasserqualität hätten. Darunter seien zum Beispiel auch China, Korea, Singapur, Thailand, Indonesien, informiert Asahi Kasei.

In Dormagen hat das Unternehmen im Chempark erst vor wenigen Wochen ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet. Bei dem Mischkonzern arbeiten weltweit etwa 34.000 Mitarbeiter, die nach Angaben von Asahi Kasei Kunden in mehr als 100 Ländern betreuen. Zum Konzern gehören drei große Bereiche: die Werkstoff-Sparte, unter anderem mit Fasern, Textilien, Petrochemie und elektronischen Geräten, die Homes-Sparte mit Werk- und Baustoffen sowie die Sparte Health Care mit Arzneimitteln und medizinischen Geräten.

Quelle: NGZ
 
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