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Dormagen
Lebensretter gesucht für krebskranken Bennett

Dormagen: Lebensretter gesucht für krebskranken Bennett
Für den kranken Bennett wir dringend ein Spender gesucht. FOTO: on
Dormagen. Er ist zwei Jahre alt: Blutkrebs lautet die Diagnose für Bennett aus Nievenheim. Eltern und Freunde organisieren jetzt eine Typisierungsaktion. Von Anneli Goebels

Acht Wochen kam er zu früh auf die Welt. Schon damals waren seine Eltern sehr besorgt. Doch Bennett holte seinen Entwicklungsrückstand schnell auf. "Er ist ein Kämpfer" , sagt seine Mutter. Der heute Zweijährige hält sich am liebsten auf Spielplätzen auf, findet es klasse, mit anderen Kindern herumzutoben. Das kann er augenblicklich nicht, denn Bennett hat Blutkrebs, wird zurzeit in der Kinderonkologie der Uniklinik Düsseldorf behandelt.

Aufgefallen waren vor fast zwei Monaten blaue Flecken an seinem Körper, die nicht verschwanden, sondern sich vermehrten. Außerdem tobte der lebhafte Blondschopf nicht wie gewöhnlich über den Spielplatz, sondern saß still im Sandkasten. Eine Untersuchung am 12. Mai ergab die schreckliche Diagnose: Blutkrebs. Seitdem muss Bennett sich einer Chemotherapie unterziehen. Bis jetzt zeigt die noch keinen Erfolg. "Die Eltern haben sich an uns gewandt, weil sie eine Registrierungsaktion organisieren wollten", sagt Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Köln. Daraufhin war sie zu einem Vorgespräch nach Nievenheim gefahren. "Für solch eine Aktion", sagt sie, "benötigen wir Helfer, die drei Wochen nahezu 24 Stunden im Einsatz sein können, um Flugblätter zu verteilen, Firmen anzuschreiben und um Spenden zu bitten sowie Leute anzusprechen, zu der Registrierungsaktion zu kommen, um dann möglicherweise Stammzellenspender zu werden."

Wichtig, erklärt Bettina Steinbauer, sei aber auch eine finanzielle Unterstützung der ganzen Aktion. Denn: Für die Registrierung eines einzelnen Spenders entstehen der Knochenmarkspenderdatei Laborkosten in Höhe von 50 Euro. Verwandte, Nachbarn, Freunde und Kollegen sind nun dabei, alles für Sonntag, 12. Juli, vorzubereiten. Denn an diesem Tag findet die Aktion von 11 bis 17 Uhr in der Mensa der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule (Marie-chlei-Straße 6) statt. "Ich rechne mit mehreren hundert Freiwilligen", sagt Bettina Steinbauer.

Und auch Bennetts Eltern sind zuversichtlich: "Die Hilfsbereitschaft, die uns bei der Planung der Aktion entgegenkommt, ist überwältigend und sehr berührend. Wir hoffen und wünschen, dass viele Menschen unserem Aufruf folgen und sich registrieren lassen. Sollte der Ernstfall wirklich eintreten, wollen wir uns nicht vorwerfen müssen, nicht rechtzeitig alles für Bennett getan zu haben. Und falls wir ihm damit nicht helfen können, bleibt wenigstens die Gewissheit, dass durch unsere Aktion andere betroffene Patienten einen passenden Spender finden können", teilten sie Steinbauer mit.

Fünf Milliliter Blut werden den Freiwilligen abgenommen. Eignet sich ein Spender, sind weitere Proben notwendig und stehen einige Untersuchungen an. Schirmherr der Aktion am 12. Juli in Nievenheim, bei der über 70 Ärzte, Datenerfasser und Helfer sein werden, ist Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Info

Die DKMS hat ein Spendenkonto bei der VR Bank Dormagen eingerichtet, IBAN DE81 3056 0548 3010 0810 16, Stichwort "Bennett".

Quelle: NGZ
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