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Dormagen
Leibniz-Team macht Daten abhörsicher

Dormagen: Leibniz-Team macht Daten abhörsicher
Das erfolgreiche Forscherteam des Leibniz-Gymnasiums in Hackenbroich: (v.l.) Timo Reichert, Anna Behrmann, Marvin Kaiser, Eric Feltgen, Lara Esser und Lehrer Jörn Schneider. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Fünf Schüler und ihr Lehrer Jörn Schneider durften ihr Projekt zur Verschlüsselung in München vorstellen und holten einen Sonderpreis von Forschungsministerium und Technologieverband VDE. Von Stefan Schneider

Quantenkryptographie - hört sich für Laien zunächst an nach einem Forschungsfeld für Professoren oder wenigstens für Hochschulabsolventen. Ist es in der Regel wohl auch, doch am Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich beschäftigen sich bereits Schüler im Alter von 16 und 17 Jahren mit der Verschlüsselung und Übertragung von Daten mithilfe von Lichtquanten - und mit der Entwicklung eines entsprechenden Chips. Interessant ist dieses Prinzip zum Beispiel für Behörden, Banken und Versicherungen. Betreut wird das kleine Projektteam mit Anna Behrmann, Lara Esser, Timo Reichert, Marvin Kaiser und Eric Feltgen von Lehrer Jörn Schneider. Und das Sextett kann sich jetzt über eine schöne Würdigung seiner Arbeit freuen. Beim Wettbewerb "Invent a chip" (Erfinde einen Chip) gewann die Gruppe einen Sonderpreis und durfte ihr Konzept für das Pilot-Schulprojekt daraufhin auch beim Kongress "MikroSystemTechnik" in München der Fachwelt präsentieren.

Die Hackenbroicher waren beim Wettbewerb außer Konkurrenz angetreten, weil die Idee zu ihrem Projekt von Lehrer Jörn Schneider stammte. In der Regel reichen teilnehmende Schüler bei dem Wettbewerb, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Technologieverband VDE organisiert wird, eigene Vorschläge ein.

Als die Einladung zu einem Workshop an der Universität Hannover eintraf, wussten die Leibnizer schon, dass sie auf einem guten Weg waren. Stellvertretend für das Team nahmen Anna Behrmann und Marvin Kaiser an dem Seminar teil, bei dem sie in die Grundlagen der Programmiersprache VDHL eingeführt wurden. Die ist eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung ihres Vorhabens, einen Mikro-Quantenchip zur abhörsicheren Verschlüsselung von Informationen durch Polarisation von Licht anzufertigen. Zur Erklärung: In der Quantenkryptographie werden keine Bitzustände wie Null und Eins, also Zustände der elektrischen Leitung, übertragen, sondern einzelne Quanten, auf die die Bitzustände Null und Eins codiert worden sind. Eine vertikale Polarisation von Licht steht dabei für eine Null, eine horizontale für eine Eins.

Vier Monate hatten die Hackenbroicher Zeit zur Realisierung, die vom Bundesforschungsministerium mit 2600 Euro unterstützt wurde. Für den Sonderpreis selbst gab es kein Geld. Doch die Einladung zum Kongress in München war auch ein tolles Geschenk, sind sich die Nachwuchsforscher einig. "Bei der Preisverleihung durften wir auf der Bühne stehen, und zwei Tage lang hatten wir im Kongresszentrum einen eigenen Stand, an dem wir uns und unser Projekt vorstellen konnten", erzählt Eric Feltgen. Dabei konnten die Schüler auch erste Kontakte für ihre Berufslaufbahn knüpfen. Zeit blieb auch für einen Besuch im BMW-Museum und eine Führung bei IBM.

Anna Behrmann will nun mit einem Teilaspekt des Quanten-Projektes am Wettbewerb "Jugend forscht" teilnehmen.

Quelle: NGZ
 
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