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Dormagen
Leitsatz in 60 Jahren VHS: Weiterbildung darf kein Luxus sein

Dormagen. Mit neun Kursen, darunter "Englisch für Anfänger", startete die Volkshochschule 1956 in ihr erstes Semester. Heute gibt es allein acht übergeordnete Bereiche wie "Sprachen", "Zweiter Bildungsweg - Schulabschlüsse" oder auch "Kunst, Kultur und Kreatives", die wiederum etliche Kurse, Vorträge und Seminare aufweisen. Obwohl das Angebot ebenso wie die Zahl der Teilnehmer (pro Semester von knapp über 100 zu Beginn bis auf fast 5000 jährlich) in 60 Jahren stetig angestiegen sind, blieb die Dormagener Volkshochschule (VHS) ihrem Leitbild treu und steht noch immer für individuelle Förderung und Chancengleichheit - ganz in dem Verständnis, dass Weiterbildung kein Luxus sein darf.

Das 60-jährige Bestehen wurde mit einem Festakt in der Glasgalerie gefeiert. Wilma Viol, Leiterin der VHS Dormagen, bedankte sich bei den Vertretern aus der Politik, aber auch bei ihren Mitarbeitern für deren "wunderbare Arbeit, damit die Bürger in Dormagen ihr Recht auf Weiterbildung in vollem Umfang wahrnehmen können". Auch Tanja Gaspers, Kulturbeigeordnete der Stadt, hob die Wichtigkeit der Volkshochschule hervor, etwa als Institution für den Schulabschluss auf zweitem Bildungsweg oder für die Integration. Denn zurzeit belegen 1200 Migranten Sprach- und Integrationskurse. "Nie war die VHS in diesem Bereich so wertvoll wie heute", sagte Gaspers, schließlich lege die VHS damit eine elementare Grundlage für das Miteinander in Dormagen und die Lebensperspektiven vieler Bürger. Später wechselte Gaspers die Perspektive, da sie auch Kämmerin der Stadt ist, und sprach das "nicht unbeträchtliche jährliche Defizit der Einrichtung" an, was sie aber in Relation zur Einwohnerzahl setzte, da die Angebote von allen genutzt werden können. Sie kam auf einen Beitrag von 4,50 Euro pro Einwohner jährlich. "Ich habe da als Kämmerin kein schlechtes Gewissen, werde aber weiterhin auf die Kostenentwicklung schauen."

Für Abwechslung sorgte der Kölner Kabarettist Robert Griess mit seinem aktuellen Programm "Ich glaub', es hackt". Er erzählte unter anderem, wie die Rheinländer zu ihrem Dialekt gekommen sind: "Als Gott die Dialekte verteilte, hat er Köln vergessen und entschieden: Nehmt einfach meine Sprache."

Zum 60. VHS-Geburtstag gibt es eine Ausstellung in der Glasgalerie mit dem Titel "Volkshochschule kreativ", in der Gemälde, Bildhauerei, Textilien und Fotografien ausgestellt sind, ebenso alte Dokumente. Geöffnet ist die Schau bis 11. November (montags bis freitags von 9 bis 21 Uhr).

(clü)
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